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Samstag, Juli 2, 2022

Corona-Krise: Staatshilfe kaum gefragt

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Berlin (ots) – Nur wenige Konzerne wollen Hilfen aus dem Beteiligungsfonds // Interesse war zuerst größer

Nur wenige Unternehmen nutzen in der Corona-Pandemie staatliche Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) – obwohl zuerst viele Firmen Interesse bekundeten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage hervor. Wie das Wirtschaftsmagazin CAPITAL in seiner neuen Ausgabe (8/2021, EVT: 15.7.) berichtet, interessierten sich demnach 122 Unternehmen für eine Unterstützung aus dem WSF, aber nur 43 davon stellten schließlich einen Antrag. Insgesamt 21 wurden bewilligt. Im Juni befanden sich noch neun Anträge in der Prüfung, 13 waren von den Firmen nicht weiterverfolgt worden.

Der WSF ist von der Bundesregierung speziell für große Unternehmen eingerichtet und mit 600 Mrd. Euro ausgestattet worden. Eine Unterstützung ist sowohl durch staatliche Garantien für Kredite als auch durch eine direkte Kapitalspritze möglich. Als prominentester Konzern nutzte die Lufthansa den WSF. Nur wenige andere folgten, zum Beispiel der Reisekonzern TUI.

„Die große Diskrepanz zwischen Interessierten und Antragsstellern zeigt, dass der Einstieg des Staats über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds viele Unternehmen abschreckt“, kritisiert Reinhard Houben, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Ein wirksamer Mechanismus zum Schutz von Großunternehmen sei notwendig, dieser dürfe jedoch nicht die unternehmerische Freiheit untergraben. „Der Hilfsfonds darf nicht zu einem Instrument von Peter Altmaiers übergriffiger Beteiligungspolitik werden“, sagt Houben.

Im Wirtschaftsministerium sieht man hingegen kein Problem in dem geringen Zuspruch. Viele der nicht weiterverfolgten Interessensbekundungen stammten aus der Anfangszeit des WSF. Er fungiere als „letzter Rettungsanker“, antwortet das Ministerium auf die FDP-Anfrage. „Der WSF kommt nur dann zum Einsatz, wenn keine alternativen Finanzierungsmöglichkeiten bestehen und kein anderes Hilfsprogramm greift.“

Pressekontakt:
Benedikt Becker
Red. CAPITAL
E-Mail: [email protected]
www.capital.de
Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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