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Montag, August 15, 2022

Madrid will Olympia: König, Zapatero und Real trommeln mit

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Die spanische Hauptstadt hatte bereits bei der Bewerbung um die Spiele 2012 ein gutes Bild abgegeben. Die damals festgestellten Schwachpunkte wurden ausgemerzt, von daher sollten die Aussichten für Madrid bei der Schlussabstimmung in Kopenhagen günstig sein.

So dachten viele Spanier, bis die IOC-Prüfer Anfang September ihr Gutachten über die vier Bewerber Chicago, Madrid, Rio de Janeiro und Tokio vorlegten. Das Zeugnis für Madrid fiel schlechter aus als erwartet.

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Die spanische Presse äußerte den Verdacht, die IOC-Prüfer hätten Rio gezielt zu einem Vorteil verhelfen wollen, damit die Spiele erstmals an eine Stadt in Südamerika vergeben werden könnten. "Wie kann es sein, dass die Gutachter in Rio eine hohe Kriminalität sowie Mängel in der Infrastruktur, im Hotelsektor und im Verkehr feststellen, diesen dann aber keine Bedeutung beimessen?", fragte Spaniens größte Tageszeitung "El País".

Madrid wurde von den IOC-Prüfern unter anderem vorgehalten, dass das spanische Anti-Doping-Gesetz nicht zeitgemäß sei und die Olympia-Bewerbung besser hätte präsentiert werden können.

Die Spanier setzten in den vergangenen Wochen alles daran, die Schwächen zu beheben. Das Parlament verabschiedete ein neues Doping-Gesetz. Um die Madrider Olympia-Kandidatur in Kopenhagen überzeugend vorstellen zu können, wird neben Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero auch König Juan Carlos nach Kopenhagen reisen.

Der Monarch begann bereits damit, zusammen mit anderen Mitgliedern der Madrider Delegation in einem ehemaligen Tanzsaal für seinen Vortrag vor dem IOC zu proben.

Auch Real Madrids Präsident Florentino Pérez und Kapitän Raúl werden in Kopenhagen vor Ort für Madrid trommeln, Basketball-Held Pau Gasol und Tennis-As Rafa Nadal sollen ebenfalls kommen.

Neben dem königlichen Anhang haben die Madrilenen noch einen zweiten Trumpf im Ärmel: IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch wird sich in Kopenhagen ebenfalls für Madrid stark machen. Der 89-Jährige stand 21 Jahre an der Spitze des IOC und hat noch gute Verbindungen zu vielen Mitgliedern. "Mit ein paar wenigen, aber gewichtigen Worten werde ich versuchen, Madrid zu helfen", kündigte er an.

Die Stärken der Madrider Kandidatur liegen darin, dass 77 Prozent der Wettkampfstätten bereits fertig oder im Bau sind. Die Spanier versprechen zudem ein "Olympia der kurzen Wege".

Ein großer Teil der Stadien und Hallen wird vom Olympischen Dorf sogar zu Fuß zu erreichen sein. Die Bevölkerung steht nach einer Umfrage zu 85 Prozent hinter der Olympia-Kandidatur.

Einer der Schwachpunkte liegt im großen Dopingskandal des Radsports, der 2006 mit der "Operación Puerto" aufgedeckt, aber nie ganz aufgeklärt wurde. Dies brachte Spanien den Ruf ein, den Kampf gegen das Doping nicht besonders ernst zu nehmen.

Der größte Nachteil der Madrilenen liegt in der ungeschriebenen olympischen Regel von der "Rotation der Kontinente". Danach finden die Spiele normalerweise nicht zweimal nacheinander auf demselben Kontinent statt. Die Tatsache, dass London die Spiele 2012 ausrichtet, schmälert – wie Samaranch einräumt – die Chancen der Madrilenen erheblich.

Madrids Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardón gibt sich dennoch siegessicher. Der konservative Politiker hat die Stadt in den vergangenen Jahren in eine Großbaustelle verwandelt in der Hoffnung, die Spiele nach Madrid zu holen.

Auf die Frage, ob er eine neue Kandidatur für 2020 erwägt, antwortete er lapidar: "Dies ziehen wir nicht in Betracht, denn es ist noch nie vorgekommen, dass die Olympischen Spiele zweimal hintereinander an dieselbe Stadt vergeben werden." (SAZ, dpa)

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