POL-BI: Kuriose Polizeieinsätze 2023

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Bielefeld (ots) –

SR/ Bielefeld – In jedem Jahr wird die Bielefelder Polizei auch zu ungewöhnlichen Einsätzen gerufen. Hier ein Jahresrückblick auf kuriose Polizeieinsätze des Jahres 2023:

Januar – 18-Jährige durch Kartoffelwurf verletzt

Am 26.01.2023, gegen 19:50 Uhr, ging eine 18-jährige Bielefelderin zusammen mit ihrer Mutter die Herforder Straße, in Richtung Innenstadt, entlang. Als sie sich im Bereich zwischen der Ziegelstraße und der Blomestraße befand, traf die Bielefelderin eine ungekochte Kartoffel am Kopf. Sie klagte später über leichte Schmerzen am Kopf. Die Kartoffel wurde offenbar aus dem Fenster eines Mehrfamilienhauses geworfen. Auch wenn es lustig klingt, handelt es sich bei dieser Tat nicht um einen Streich, sondern um die Straftat der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung. Es wurde Strafanzeige erstattet.

Februar – Wendemanöver führt Betrunkenen auf eine Weide

Ein 30-jähriger Bielefelder befuhr am 04.02.2023, gegen 09:55 Uhr, mit seinem Peugeot 207 die Osningstraße in Richtung Bielefeld Sieker. Circa 300 Meter nach der Einmündung Senner Hellweg kam das Fahrzeug nach rechts von der Fahrbahn ab, fuhr die Böschung hinab, durchbrach einen Weidezaun und fuhr auf die Weide. Eine Zeugin informierte die Polizei und berichtete, dass der Fahrer offensichtlich auf der Suche nach dem Ausgang auf der Weide im Kreis fuhr. Schließlich ließ der Fahrer den Peugeot auf der Weide zurück und ging zu Fuß zum Senner Hellweg. Am Einsatzort eingetroffen befragte die Streifenwagenbesatzung den 30-Jährigen, der sich als Fahrer des PKW zu erkennen gab. Die Polizisten nahmen während des Gesprächs Alkoholgeruch wahr. Der Alkoholvortest verlief positiv. Ein Ärztin entnahm dem Angetrunkenen auf der Polizeiwache eine Blutprobe. Seinen Führerschein stellten die Beamten sicher.

März – Dealer gerät an Zivilstreife

Kriminalbeamte erwischten am 15.03.2023 einen 20-jährigen Warburger, als er an der Herbert-Hinnendahl-Straße Drogen verkaufen wollte. Die Polizisten gingen gegen 23:30 Uhr in Zivil an der Herbert-Hinnendahl-Straße entlang. Auf der Höhe der „Tüte“ wurde einer der Beamten von einem Mann angesprochen und gefragt, ob er Marihuana oder etwas anderes kaufen wolle. Daraufhin gab sich der Polizist als solcher zu erkennen und stellte den Warburger zur Rede. Der 20-Jährige erklärte den Beamten, dass er hier „business“ machen würde. Folglich erstatteten die Polizisten Anzeige wegen des Handels mit Betäubungsmitteln und sprachen ein Platzverbot aus.

April – Ausgebüxte Schafe

Am 30.03.2023 fingen Beamte drei nicht gekennzeichnete Schafe ein, die sich in einen Garten am Blindschleichenweg verirrt hatten. Gegen 17:00 Uhr meldete eine Bielefelderin der Leitstelle der Polizei, dass drei Schafe seit dem Vormittag in ihrem Garten seien. Die verängstigten und rund einhundert Kilogramm schweren Tiere – ein Männchen und zwei Weibchen – liefen auf dem Grundstück umher, ließen sich nicht einfangen und hatten bereits einen Zaun beschädigt. Alle Versuche sie zu ergreifen, waren bislang fehlgeschlagen. Die alarmierten Beamten versuchten zunächst ebenfalls vergeblich die Tiere zu ergreifen. Nachdem kein Eigentümer in der näheren Umgebung ermittelt werden konnte, erklärten sich schließlich zwei Männer – 53 und 55 Jahre alt – eines nahegelegenen Hofes dazu bereit, zu helfen. Gemeinsam mit den Männern konnten die Tiere schließlich gesichert werden.

Mai – Polizei beendet Planwagenfahrt in der Innenstadt

Ein Verkehrspolizist traf am 22.05.2023, gegen 11:30 Uhr, am Bahnhofsvorplatz auf einen vollbesetzten Kutschen-Planwagen für Ausflugsfahrten, bei dem allerdings die Zugpferde gegen einen Traktor ausgetauscht waren. In diesem Austausch sah der Polizist aber die Problematik, denn die Kutsche war für den Betrieb mit Pferden bestimmt und verfügte nur über eine Handbremse und ein Fußbremspedal für den Kutscher. Eine vorgeschriebene Bremsanlage, wie für Anhänger ab 750 Kilogramm Pflicht, war nicht verbaut. Damit war der Anhänger ungebremst. Der Fahrer des Treckers besaß für den gewerblichen Personentransport auf dem Anhänger weder die geforderte Führerscheinklasse noch eine Haftpflichtversicherung, die über die übliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung hinausgeht und gewerbliche Personenbeförderung einschließt. Eine gewerberechtliche Zulassung, die gewerbliche Personenbeförderung mit Kraftfahrzeugen erlaubt, konnte er nicht vorweisen. Auch die KFZ-Steuerbefreiung des Traktors gilt nur für land- und forstwirtschaftliche Nutzung, nicht für den gewerblichen Personentransport. Der 73-jährige Landwirt aus Melle gab bei der Kontrolle an, dass die Zugpferde vom Vortag noch erschöpft gewesen sein sollen und er nur aus diesem Grund den Trecker benutzt habe.

Juni – 10 Jahre ohne Fahrerlaubnis

Polizeibeamte kontrollierten am 28.06.2023, gegen 19:55 Uhr, einen 66-jährigen Bielefelder in seinem VW Golf auf der Altmühlstraße. Eine Fahrerlaubnis konnte der Mann nicht vorweisen, nach eigenen Angaben war ihm diese bereits vor zehn Jahren entzogen worden. Tatsächlich war der Bielefelder bereits im Jahr 2019 wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden und saß deshalb sogar eine Gefängnisstrafe ab. Da zudem Alkoholgeruch in der Atemluft feststellbar war, musste der Autofahrer die Polizeibeamten zu einem Atemalkoholtest auf die Wache begleiten – diesmal jedoch als Beifahrer und im Streifenwagen. Gegen Mann ohne Fahrerlaubnis wurde erneut Strafanzeige erstattet.

Juli – Schneller BMW-Fahrer an einem Tag zweimal erwischt

Dem Verkehrsdienst ging am 05.07.2023 bei Geschwindigkeitskontrollen im Stadtgebiet ein unbelehrbarer Raser gleich zweimal ins Netz. Auf dem Stadtring wurde ein BMW-Fahrer nachmittags bei einer Geschwindigkeitsmessung des Verkehrsdienstes bei erlaubten 50 km/h (innerhalb geschlossener Ortschaften) mit 93 km/h gemessen. Als Sanktion sind für diesen Geschwindigkeitsverstoß 260 Euro Bußgeld, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot für den 32-jährigen Fahrer vorgesehen. Dies hielt den Mann aber nicht davon ab, am Abend erneut zu schnell unterwegs zu sein. Er fiel an der zweiten Geschwindigkeitsmessstelle auf der Paderborner Straße (außerhalb geschlossener Ortschaften) mit 139 km/h bei zulässigen 70 km/h erneut auf. Für diesen Verstoß sind im Regelfall 600 Euro Bußgeld, 2 Punkte und 2 Monate Fahrverbot zu erwarten.

August – Bezahlung mit Drogen missglückt

Ein Bielefelder scheiterte am 17.08.2023 bei dem Versuch, eine Taxifahrt mit Drogen, anstatt mit Geld, zu bezahlen. Ein Taxifahrer betrat gegen 04:30 Uhr die Polizeiwache am Kesselbrink und bat die Polizisten um Unterstützung. In der Turnerstraße war ein angetrunkener Mann in sein Taxi gestiegen und hatte die August-Bebel-Straße als Fahrtziel angegeben. Während der Fahrt bot der Fahrgast dem Fahrer aus einem Behälter mit kleinen Kristallsteinen diese als Bezahlung an. Der Bielefelder vermutete in den Kristallsteinen Drogen, lehnte diese entschieden ab und fuhr direkt zur Polizeiwache an den Kesselbrink. Als die Polizisten zu dem vor der Wache stehenden Taxi gingen, sahen sie den Fahrgast zu Fuß in die Straße Am Hallenbad flüchtete. Nach kurzer Verfolgung stoppten die Beamten den Flüchtenden und geleiteten ihn zurück zur Polizeiwache. Bei der Durchsuchung des polizeibekannten angetrunkenen 27-jährigen Bielefelders fanden die Polizisten Geld und verschiedene Drogen.

September – U-Haft für Mann im Schrank

In der Nacht auf den 14.09.2023 brach ein polizeibekannter Mann in einen Keller in der Finkenstraße ein. Die Beamten fanden den Einbrecher schließlich versteckt in einem Schrank. Gegen 02:20 Uhr wachte eine Bielefelderin von Geräuschen auf, die aus dem Keller des bewohnten Mehrfamilienhauses zu hören waren. Daraufhin stand sie auf und ging der Sache auf den Grund. Im Keller bemerkte sie den Einbrecher, der sich hinter einer Tür versteckt hatte und schloss ihn im Keller ein. Als die alarmierten Polizisten den Keller betraten, stießen sie zunächst auf einen Rucksack, in dem sich die Beute des Einbrechers – Werkzeug – befand. Bei der Durchsuchung der Kellerräume konnten sie den polizeibekannten und drogenabhängigen Täter, einen 30-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz, schließlich in einem Schrank auffinden. Er gab an, dass er im Schrank schlafen wollte. Wie das Werkzeug der Bielefelderin in seinen Rucksack gekommen war, konnte er nicht glaubwürdig erklären. Der 30-Jährige wurde festgenommen und dem zuständigen Haftrichter zugeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl gegen den Widerholungstäter.

Oktober – Erst Pkw-Panne auf der A2 – dann Festnahme

Am 21.10.2023 stießen Autobahnpolizisten an der Anschlussstelle Oelde auf ein liegengebliebenes Auto, dessen Fahrer bei der anschließenden Kontrolle auch kein Glück zu haben schien. Den Beamten der Autobahnpolizeiwache Stukenbrock berichtete der 25-jährige BMW-Fahrer aus Sundern gegen 22:40 Uhr, dass er wegen eines technischen Defekts angehalten habe und nicht weiterfahren könne. Als die Polizisten die Personaldaten des Fahrers überprüften, stellte sich heraus, dass er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war. Zudem bestand gegen den 25-Jährigen ein Haftbefehl, weil er eine Strafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis nicht bezahlt hatte. Dazu musste er die Beamten zur Autobahnwache begleiten. Schließlich erschien seine Mutter und ersparte ihm die Haft, indem sie den vierstelligen Betrag noch in der Nacht bezahlte. Anschließend durfte der 25-Jährige die Wache wieder verlassen. In der Zwischenzeit war sein defekter 3er BMW bereits abgeschleppt worden.

November – Angetrunkener Baggerfahrer verursacht Unfall und fährt davon

Am 13.11.2023, gegen 22.01 Uhr, wurde der Polizei über den Notruf gemeldet, dass eine angetrunkene Person mit einem Bagger durch Brackwede fahren sollte. Der Bagger befuhr unter anderem die Straße Am Frölenberg. Hier wurde ein geparkter VW Golf im Vorbeifahren beschädigt. Der Baggerfahrer kümmerte sich allerdings nicht um den Schaden und fuhr weiter. Die eingesetzten Polizeibeamten trafen an der Hauptstraße auf den Bagger. Der Fahrer parkte gerade ein. Bei ihm handelte es sich um einen 20-Jährigen aus Bad Oeynhausen. Er war leicht alkoholisiert und nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Den Bagger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 17,5 t hatte er sich für eine Rundfahrt „ausgeliehen“. Der Baggerfahrer musste die Beamten zur Polizeiwache Süd begleiten, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde.

Dezember – Einbrecher erbeuten 40 gefüllte Weihnachtstüten

Die Polizei Bielefeld sucht einen oder mehrere Täter, die in der Nacht auf den 05.12.2023 in eine soziale Einrichtung am Semmelweisweg einbrachen und Bargeld, Schokonikoläuse sowie Geschenktüten stahlen. Zwischen Montag, 18.15 Uhr, und Dienstag, 07.45 Uhr, hebelten die Täter eine Dachluke auf und gelangten so in den Gebäudekomplex. Im Inneren durchsuchten sie mehrere Räume und brachen diverse Schränke gewaltsam auf. Neben einer geringen Menge an Bargeld nahmen sie 40 für Mitarbeiter individuell gepackte Weihnachtstüten und 40 Schokonikoläuse an sich. In den Tüten befanden sich verschiedene Präsente – darunter Mützen, Drogerieartikel, Weihnachtsdekoration und Kalender.

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