POL-E: Essen: „Ich bin krank, trotzdem kann ich anderen helfen“ – Zivilcourage-Ehrung 2024

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Essen (ots) –

45131 E-Rüttenscheid:

Gestern empfing Polizeipräsident Andreas Stüve im Polizeipräsidium sechs couragierte Bürgerinnen und Bürger. Alle haben sich im Laufe des vergangenen Jahres 2023 für andere Menschen eingesetzt. Hierfür sprach Andreas Stüve ihnen seinen größten Respekt aus.

Unter ihnen ist auch Stevan Odiesch. Der 19-jährige Essener erzählt die Geschichte vom 2. Juni, als er gemeinsam mit einem Freund in Altendorf unterwegs war. Plötzlich wurde er von einer älteren Dame in der Grieperstraße angesprochen, die soeben von Trickbetrügern bestohlen wurde. „Wir haben nicht gezögert und sind den beiden Tätern sofort hinterhergerannt“, erinnert sich der 19-Jährige. Sie haben die beiden Betrüger, die zuvor bei der Seniorin an der Haustür um eine Spende gebeten hatten, eingeholt, festgehalten und aufgefordert, die Beute auszuhändigen. Als Stevan Odiesch die Polizei verständigte, griffen die Täter ihn sogar an. „Ich habe mich nicht provozieren lassen“, sagt der Essener gelassen. Als die Polizei kurz darauf eintraf, wurde die Geldbörse der 84-Jährigen sichergestellt. „Das war gut, denn die Dame wollte am nächsten Tag in den Urlaub fahren und brauchte dafür ihren Personalausweis.“ Auf die Frage, ob er noch Kontakt zu der Seniorin habe, antwortet der junge Mann: „Ich sehe sie ab und zu in der Nachbarschaft. Ich freue mich, dass ihr nichts Schlimmeres passiert ist und ich ihr helfen konnte.“

Ähnlich erging es auch Christian Hartmann. Am 15. Februar vergangenen Jahres wurde einem 61-Jährigen in der Manteuffelstraße der Rucksack entrissen und daraus die Geldbörse gestohlen. Christian Hartmann war dort zu Fuß unterwegs, als er die Tat bemerkte. Er stellte sich dem Täter in den Weg. Als dieser fußläufig flüchtete, verfolgte der 45-Jährige den Räuber. „Ich hatte gerade meine Krebs-OP hinter mir und habe nicht damit gerechnet, dass ich solche Kräfte mobilisieren kann“, erzählt der Essener lächelnd. „Ich bin sogar über eine rote Ampel gerannt. Als die Polizei eintraf, war ich völlig außer Atem und konnte nur noch auf den Täter zeigen. Es war eine filmreife Festnahme.“ Dann wird Christian Hartmann ernst: „Ich habe als Rettungsassistent gearbeitet. Aufgrund meiner Erkrankung kann ich diesen Beruf nicht mehr ausüben. Und obwohl ich krank bin, kann ich anderen Menschen helfen.“ Es herrschte kurz andächtige Stille.

Andreas Stüve ergreift das Wort: „Wissen Sie, die Sachverhalte in den Akten zu lesen ist das eine. Aber die Geschichten von Ihnen persönlich zu hören, ist immer etwas Besonderes.“

Einige Preisträger berichten, dass auch andere Zeugen vor Ort waren, diese aber nur zugeschaut haben oder vorbeigegangen sind. Alle Anwesenden sind sich einig, dass es für sie „völlig normal“ ist, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen – für manche ist es das eben nicht. „Dabei können schon kleine Hinweise – z.B. auf ein Kennzeichen oder bestimmte Tätermerkmale – der Polizei helfen, die Täter zu ergreifen. Wir hoffen, dass sich andere ein Beispiel an Ihnen nehmen“, betont der Polizeipräsident./SoKo

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Quelle: ots