Fest der 11 Skulpturen am 1. Juni

In Münster geht der Mond im Bahnhofsviertel auf – “The moon in Alabama”

Es ist geschafft: Die elf Rehberger-Skulpturen im Bahnhofsviertel von Münster sind fertig.

Am Sonntag, 1. Juni, werden sie um 12 Uhr mit einem Fest auf der Boulefläche an der Engelenschanze im Beisein des Künstlers der Öffentlichkeit übergeben.

Die Skulpturen sind das Ergebnis intensiver, mehrjähriger Vorarbeit. Initiator ist Peter Cremer von der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V. Er hatte die Idee, zur Aufwertung des Bahnhofsquartiers zunächst die unansehnlichen grauen Schaltkästen in Angriff zu nehmen. Künstler der Wahl war Tobias Rehberger. Er war Teilnehmer der Skulptur-Projekte 1997, damals war am Hörsaalgebäude beim Schlossplatz seine Bar “Günter´s (wiederbeleuchtet)” in Betrieb. Als Münster-Kenner war er für das Projekt im Bahnhofsviertel prädestiniert. Auch Berater Prof. Kasper König und Kuratorin Dr. Gail Kirkpatrick von der städtischen Kunsthalle Münster waren sich in der Entscheidung für Rehberger schnell einig.

Ein Team aus Stadtplanung, Tiefbauamt, Stadtwerken und Münster Marketing definierte die Standorte, an denen die von Rehberger und seinem Studio entwickelten Modelle umgesetzt werden sollten und prüfte die Bedingungen von Schalttechnik und “unterirdischen” Gegebenheiten – schließlich sollen die Schaltkästen trotz künstlerischer Intervention voll funktionsfähig bleiben. Die Herstellung und Installation der Stahlrohrkonstruktionen rund um die Kästen betreute der Metallkünstler und Schmiedemeister Werner Paß. Die leuchtenden Spezialfarben der Lackierungen entwickelte die Firma Brillux.

Im Herbst 2013 konnten bei einem Symposium die ersten zwei Skulpturen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Jetzt sind alle elf Stationen von “The moon in Alabama” fertig. Am Sonntag, 1. Juni, 12 Uhr, werden sie bei einem Fest in Anwesenheit des Künstlers übergeben. Dazu sind die Bürgerinnen und Bürger Münsters, Gäste, Touristen und Kunstinteressierte auf die Boulefläche an der Engelenschanze eingeladen.

Bei der Übergabe sprechen Oberbürgermeister Markus Lewe, Karl Jasper vom NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr sowie ISG-Vorsitzender Peter Cremer. Ein fachliches Statement steuert Dr. Julia Voss bei. Die Kunstkritikerin ist leitende Redakteurin im Kunstressort der FAZ. Auf Wunsch von Tobias Rehberger sorgt die Bläservereinigung Albachten für die musikalische Unterhaltung. Nach den Reden gibt es Snacks und Getränke.

Das Fest lädt dazu ein, die Skulpturen im eigentlichen Wortsinn in Besitz zu nehmen und auf ihre Sitzfestigkeit hin zu erproben. Doch sie sind nicht nur zum Besetzen und Bespielen da, sondern auch zum Beleuchten. Wenn in Zukunft der Mond in Ibiza, Alabama, Taormina, Wanne-Eickel oder Kyoto aufgeht, tut er das auch in Münster: Die automatische Einstellung für die Mondaufgänge rund um den Globus ist präzise getaktet und macht im Bahnhofsviertel romantische Monderlebnisse möglich – ganz im Licht globaler Vernetzung.

Wer einen ganz persönlichen Mondspaziergang machen möchte, erhält ab dem 1. Juni einen Pocket-Plan mit den Standorten der Rehberger-Installationen. Der Plan wird bei der Eröffnungsfeier verteilt und liegt künftig in der Münster-Information im Stadthaus 1 aus.

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