Radikalisierung durch Salafismus vorbeugen und erkennen

Eine schwere Frage stellt sich im Zusammenhang mit der Radikalisierung. Wie sollen Lehrer reagieren, wenn Schüler für islamistische Hassprediger schwärmen, an Koranständen werben, im Internet radikales Gedankengut verbreiten oder gar als IS-Kämpfer in den Krieg ziehen? Wie können sie vorbeugen? Die gewaltbereite Salafismus-Szene erhält immer mehr Zulauf. Und die Lehrkräfte brauchen Hilfe, um richtig mit diesem Besorgnis erregenden Phänomen umzugehen.

Die Bezirksregierung Münster hatte deshalb als erste in Nordrhein-Westfalen am Montag zu einer Fachtagung über gewaltbereiten Salafismus an Schulen in Steinfurt eingeladen. Namhafte Islamwissenschaftler, Soziologen und weitere Experten informierten die Pädagogen über die Gründe für den Zulauf, berieten über Strategien zum Umgang mit radikalisierten Schülern, gaben Hinweise zur Prävention und Ausstiegswegen. Der Auftaktveranstaltung mit rund 100 Teilnehmern sollen weitere Veranstaltungen folgen.

Zunächst ging es auch darum, den Lehrkräften in Vorträgen und Foren ein differenziertes Bild des Salafismus zu vermitteln, damit sie unterscheiden können, befinden sich die Jugendlichen in einem Suchprozess oder sind sie bereits gefährlich radikalisiert? Welche Signale geben Hinweise auf eine Radikalisierung? Die Pädagogen wurden ebenso dafür sensibilisiert, zu erkennen, welche Situationen junge Menschen womöglich ganz besonders labil und empfänglich machen für die radikalen Thesen der Salafisten und auf welchen Wegen sie angesprochen werden.

Hilfen und Wegweiser für Betroffene, Angehörige und Lehrer:

Nähere Informationen, sowie ein Beratungs- und Betreuungsangebot für Betroffene und das soziale Umfeld  bietet das Präventionsprogramm des NRW-Innenministeriums (Verfassungsschutz) gegen gewaltbereiten Salafismus. Es soll bereits den Einstieg verhindern und zielt schwerpunktmäßig auf junge Menschen, die dabei sind, sich zu radikalisieren. Mehr dazu unter www.wegweiser.nrw.de

Die Broschüre “Extremistischer Salafismus: Ursachen, Gefahren und Gegenstrategien” liefert einen Beitrag zur Aufklärung und zum Verständnis des Phänomens. Sie kann über die Website  http://www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/islamismus/salafismus.html heruntergeladen werden.

An Personen und Angehörige von Personen, die sich salafistisch radikalisieren oder sich dem militanten Jihadismus anschließen und gegebenenfalls in Konfliktregionen ausreisen, wendet sich HAYAT-Deutschland, eine Initiative der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur. Die Hayat-Beratungsstelle ist auch eine Anlaufstelle für Personen, die mit dem militanten Jihadismus brechen und gewalttätige Gruppen verlassen wollen.

Hilfe und Beratung ist auch über die Beratungsstelle Radikalisierung des BAMF (Telefon 0911 – 943 43 43) zu erreichen.