57.600 Euro mit dem Rad für kranke Kinder

Wie würden sie möglichst viel Geld für hilfsbedürftige Kinder und DSC06409ihre Eltern sammeln?

Ein erprobtes Beispiel präsentiert uns eine Süddeutsche Gruppe im Münsterland. Eine Woche lang radelten sie quer durchs Münsterland und sammelten dabei viel Geld über Sponsoren und Spender. So war der erfolgreiche Plan der IPA-Mitglieder aus Deutschland, Luxemburg, Tschechien und weiteren Staaten in Verbindung mit der Isabell-Zachert Stiftung.

DSC06256IPA
Die IPA (International Police Association) ist weltweit die größte internationale Vereinigung von Polizeibediensteten, mit fast 300.000 Mitgliedern, und deren Familien. Seit 1999 fahren in wechselnder Besetzung, einige der Mitglieder für jeweils eine Woche pro Jahr, durch verschiedene Landschaften in Deutschland.

Radfahrregion Münsterland
In diesem Jahr wurde die DSC06426Radfahrregion Münsterland ausgewählt, und denen überwiegend aus Bayern stammenden Teilnehmer/innen, verschlug es glatt die Sprache. Nicht weil es hier so viele Radfahrer gibt, sondern weil eigentlich überall in Deutschland die Radfahrer Helme tragen, nur hier im Münsterland eben nicht, oder besser gesagt nur sehr wenige. Dass dies in Radfahrmetropolen normal sei, erfuhren sie nach Berichten über die Niederlande, wo es quasi gar keine Fahrradhelme auf den Straßen zu sehen gibt, es sei denn, die der fahrradfahrenden Touristen.

Unfall mit Helm

Gleich am ersten Tag der Radtour gab es einen schlimmen UnfalDSC06295l, bei dem ein älterer Teilnehmer mit seinem Rad umkippte, und sich trotz Helm am Kopf verletzte. Die Organisatoren wollten sich gar nicht erst ausmalen, was passiert wär, wenn der Verunglückte keinen Schutzengel in Form eines Helmes gehabt hätte, und es nicht die schnelle Hilfe des Arbeiter Samariter Bundes – Münster gegeben hätte, der für die unmittelbare Erstversorgung sorgte. Der ASB betreute die Radfahrer kostenfrei auf der kompletten Tour durch das Münsterland.

Los ging es ab Hiltrup
Nachdem Vertreter der Deutschen Polizeihochschule, Münsters DSC06486neuer Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch und Mitglieder der IPA, den symbolischen Startschuss in Hiltrup gegeben hatten, ging es gemeinsam mit Ex-Polizeipräsident Hubert Wimber auf dem Fahrrad zum ersten Etappenziel nach Warendorf. Dort empfing sie Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter, Vertreter der Polizei und Oberst Bernd Grygiel von der Sportschule der Bundeswehr.

Sportschule der Bundeswehr

DSC06470Die Warendorfer Sportschule der Bundeswehr, ist eine Dienststelle der Streitkräftebasis, mit dem Kernauftrag, der Ausbildung von Sportausbildern der Bundeswehr, sowie der Spitzensportförderung und besonderen Aufgaben zur Rehabilitation bzw. Prävention. Sie ist einmalig in Deutschland DSC06520und gehört zu den Stützpfeilern des Pferdesports im Münsterland.

DSC06535Hier kamen die Teilnehmer/innen in den Genuss der erstklassigen Küche einer Bundeswehrkantine und erfuhren nebenbei noch viel Interessantes über die dortige Einrichtung und die Stadt Warendorf.

Besonders tapfer haben sich die Radler/innen bei den hochsommerlichen Temperaturen geschlagen, ans Aufgeben dachte keiner, denn es ging ja um einen guten Zweck. Und so ging es am nächsten Tag nach Hamm und wieder zurück nach Hiltrup.

Münster auf dem Plan

DSC06585Am dritten Tag stand Münster auf DSC06626dem Radplan der Gruppe. Wieder starteten die Radler/innen in Hiltrup, auf dem Gelände der Deutschen Hochschule der Polizei, wo sie in der Woche auch übernachteten. Dann ging es mit einer Fahrrad-Polizeieskorte durch die Innenstadt von Münster und zu einem Besuch in den Friedenssaal, wo sie von Bürgermeister Gerhard Joksch empfangen wurden. Hier bekamen sie etwa eine Stunde Stadtgeschichtsunterricht zum Thema „Frieden und Niederlande“. Anschließend fuhr ein Teil der Gruppe weiter zur Kinderkrebsstation der UKM. Der andere Teil erkundete Münster auf dem Rad.

Kinderonkologie – Ein wichtiges Thema

05.-August-2015_UKM_Kinder-Krebsstation_334_21598An den Universitätskliniken wurde die Fahrradgruppe vom ehemaligen Direktor der Kinderklinik Prof. Dr. Heribert Jürgens begrüßt. Neben neuen und geschichtlichen Hintergründen der Kinderonkologie bekamen die erprobten Radler/innen auch das Familienhaus der UKM zu sehen. „Toll, dass es hier einen Ort für Angehörige und Eltern gibt. So etwas hätten wir uns damals mit unserer Tochter auch sehr gewünscht“, gibt Christel Zachert beeindruckt von sich.

Christel Zachert – Erfolg einer Vision
Christel Zachert, gründete 1995,christel-und-isabell-zachert-wir-treffen-uns-wieder-in-meinem-paradies nach dem Krebstod ihrer 16-jährigen Tochter Isabell, die Stiftung und schrieb ein Buch über die Tagebucheinträge ihrer verstorbenen Tochter. Das Buch trägt den Titel „Wir treffen uns wieder in meinem Paradies“.

Das war damals die Initialzündung der erfolgreichen Hilfeaktionen, die bis heute anhält.

Wer Christel Zachert und ihren Mann kennenlernen durfte, weiß wie viel Herzblut in den niemals aufgebenden „Zacherts“ steckt, die andere Menschen auch nach noch so anstrengenden Tagen motivieren können. Die Verbindung der Zacherts zur IPA ist durch Hans-Ludwig, Christel Zacherts Ehemann, begründet, der damaliger Präsident des Bundeskriminalamtes war. Organisiert wurde die planungsintensive Tour durch Josef Schön, BKA Kriminaldirektor a.D.

05.-August-2015_UKM_Kinder-Krebsstation_334_21593Nach dem Besuch der Kinderonkologie, bekamen die kleinen Patienten auf der Station, zum Andenken, die diesjährigen gelben Poloshirts mit dem Stiftungslogo, sowie andere Herzensgaben geschenkt. Auf dem Rückweg nach Hiltrup wurde die Radgruppe durch Klinikdirektorin Prof. Dr. Claudia Rössig verstärkt.

Abschluss der Tour
Am Donnerstag ging es zum Landratsamt nach Coesfeld, wo die Gruppe von Landrat Püning und den örtlichen Polizeiführern begrüßt wurde. Nach einer ausgiebigen Stärkung ging es, bei hochsommerlichen Temperaturen, wieder zurück zur Hochschule der Polizei nach Hiltrup.

Am Freitag meinte es der Wettergott nicht so gut mit den Helfern, deshalb wurde die Radtour wegen eines schweren Gewitters auf den Weg nach Tecklenburg kurzfristig abgeändert und führte die „Begossenen“ über Westbevern wieder nach Hiltrup zum Ende der Radlerwoche im Münsterland.

Erfolgreiches Ergebnis
Die Spendengelder kommen dem von der Stiftung finanzierten 05.-August-2015_UKM_Kinder-Krebsstation_334_21628Waldpiratencamp zugute, wo Familien sich mit ihren betroffenen Kindern nach langer Krankheit erholen können. Dies ist eine wichtige Hilfe für Familien die oft für lange Zeit nur Not und Angst erlitten haben.

Insgesamt sind durch die Tour und weitere Spenden 57.600 Euro zusammen gekommen.

Wer Christel Zachert unterstützen möchte oder weitere Hintergründe zur Stiftung wünscht, findet unter dem folgenden Link die gewünschten Informationen: Kinderkrebsstiftung

Die Organisatoren bedanken sich besonders bei den tatkräftigen Sponsoren die ihre Zusagen auch eingehalten haben aber nicht genannt werden wollen.

—– Bilderstrecke ——

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