Imagine This – Krieg & Co sind allgegenwärtig

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Im Stück-im-Stück geht es um die Belagerung von über 900 Juden durch die Römer in der Felsenfestung Masada Bild: Stephan Drewianka

Seit dem 28. Oktober zeigt das Freie Musical-Ensemble Münster (FME) das Musical „Imagine This“ mit der Musik des amerikanisch-israelischen Komponisten Shuki Levy.

Dem Ensemble wird nun eine besondere Ehre zuteil: Levy wird selbst aus den USA anreisen und sich die Vorstellung am 11. November ansehen. Grund für seinen Besuch ist die historische Bedeutsamkeit der Erstaufführung dieses Stückes in Deutschland. Das Musical spielt nämlich im Warschauer Ghetto, zur Zeit der beginnenden Deportation ins Vernichtungslager Treblinka. Eine Gruppe Schauspieler studiert ein Theaterstück über die Belagerung der Felsenfestung Masada ein, mit dem sie ihren Mitgefangenen Mut und Hoffnung geben wollen.

Bei seinem Besuch wird Shuki Levy nicht nur von seiner Frau Tori, sondern auch von einer zehnköpfigen Delegation aus Kanada und Israel begleitet, darunter Rami Kleinman (Vorsitzender der Albert Einstein Stiftung, Kanada), Yigal Amedi (Vorsitzender des Nationalen Rates für Kunst und Kultur, Israel), Yigal Molad Hayo (Holocaust Stiftung, Israel), Doron Eran (Israelischer Regisseur und Produzent, Israel) und Eitan Campbell (Leiter des Masada Nationalparks, Israel). Außerdem werden auch Moshe Kepten und Odelia Levi, die Leiter des israelischen Nationaltheaters in Tel Aviv, unter den Gästen sein, da sie „Imagine This“ im Jahr 2017 ebenfalls auf die Bühne bringen wollen.

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Komponist Shuki Levy reist aus den USA an, um sich selbst die Aufführung anzusehen. Bild: Shuki Levy

Für Levy ist die Musik die Sprache der Seele und als Komponist möchte er mit seiner Musik die unzähligen weltweiten Opfer von Gewalt und Verfolgung würdigen und an sie erinnern. Die große Hingabe und das Herzblut, mit denen das Freie Musical-Ensemble sein Stück auf die Bühne bringt, rühren ihn sehr und er ist dankbar, dass die Botschaft seiner Komposition weitergegeben wird.

Levy wurde 1947 in Palästina geboren. Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er zunächst als Sänger und trat in verschiedenen Clubs in Tel Aviv auf. In den 1970er Jahren erzielte er im Duett mit Aviva Paz mit dem Song „Signorina – Concertina“ einen europaweiten Hit. In den 1980er Jahren wurde er bekannt für seine Kompositionen für Kinderserien wie Inspector Gadget, MASK, Dragon Quest, He-Man oder She-Ra. Er schrieb außerdem Episoden verschiedener Fernsehsendungen und führte Regie bei mehreren Filmen.

Zurzeit lebt Levy in den USA und entwickelt eine Fernsehserie namens “FuzzBunz”, eine animiertes Pop-Musical für Kinder. Nebenbei ist er auch in weiteren Fernseh- und Filmprojekten involviert. Mit seiner Frau Tori gründete er zudem die Albert Einstein Stiftung und baut momentan ein Einstein-Archiv und -Besucherzentrum in Jerusalem.

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Image This handelt von einer Theatergruppe im Warschauer Ghetto Bild: Christian Dabringhaus

Der Grundstein für „Imagine This“ wurde schon in seiner Kindheit gelegt: Bei seinem ersten Besuch der Masada Gedenkstätte fühlte er eine starke Verbindung zu der Geschichte der Felsenfestung, bei deren Belagerung durch die Römer 960 Juden sich lieber das Leben nahmen als in Gefangenschaft zu leben. Diese Tat machte Masada bis heute zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens. Levy kam irgendwann der Gedanke, ein Bühnenstück über die Belagerung in Masada zu verfassen. Autor Glenn Behrenbeim, dem Levy seine Idee und seine Musik vorstellte, lehnte es jedoch zunächst ab, diese Geschichte und insbesondere deren tragisches Ende – dem Massensuizid der Juden – zu Papier zu bringen. Schließlich entschieden sie sich, die Geschichte als Stück-im-Stück in einem Musical über Schauspieler im Warschauer Ghetto einzubetten. „Es ging plötzlich nicht mehr nur um Roben und Sandalen, sondern vielmehr um den metaphorischen Wert der Geschichte“, sagte Behrenbeim in einem Interview der Times. David Goldsmith erkannte die Chance, eine Geschichte von Bedeutung zu inszenieren und schloss sich dem Team an.

„Imagine This“ verdeutlicht durch die parallele Darstellung der Geschehnisse im Warschauer Ghetto und in Masada, dass sich Krieg, Verfolgung, Machtgier und Völkerhass nicht an Jahreszahlen festmachen lassen, sondern in der Geschichte der Menschheit immer wieder auftreten und eigentlich allgegenwärtig sind.

Wer sich das Musical selbst ansehen möchte, hat noch bis zum 20. November die Gelegenheit dazu. Die Vorstellungen finden im Konzertsaal der Waldorfschule Gievenbeck, Rudolf-Steiner-Weg 11, statt. Am 11. November sollten sich Besucher aufgrund der internationalen Gäste auf erhöhte Sicherheitsvorkehrungen einstellen. Alle Infos dazu und zum Kartenvorverkauf finden Sie auf der Internetseite unter www.fme-ms.de.

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