Tagesarchive: 15. Juni 2017

Der Karneval-Chef hat Feierabend

Wir trafen den Unternehmer und Karnevalisten, der nun die Führungsrolle im Karneval abgegeben hat, gestern auf dem Markt in Münster. Rolf Jungenblut war bis in die späten achtziger Jahre nur hin- und wieder mit dem närrischen Treiben bei den Bösen Geistern in Kontakt gekommen.

Anfangs hatte er mit Karneval gar nicht viel am Hut, doch das sollte sich schnell ändern. 1989 brauchten die Karnevalisten einen Ort, um ihre Karnevalswagen zu bauen, denn der Eigentümer der bisherigen Halle war plötzlich verstorben. Als Notanker verschaffte der stets findige Unternehmer, den Karnevalisten in Münster den Platz in einer seiner Lagerhallen, wo sonst Gerüstbauteile lagerten.

Als seine Firma kurz darauf umzog, konnten die Karnevalisten die alte Halle noch ein paar Jahre weiter nutzen. Dort kam er auch immer mehr mit den Akteuren der KG Bremer Platz in Verbindung. Und eh er sich versah, wurde er 1992 zum Sessionsrepräsentanten bei der KG Bremer Platz. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Jungenblut vom Höhepunkt der Karnevalszeit nicht so ganz viel mitbekommen, denn er fuhr in jedem Jahr zur närrischen Zeit in Urlaub.

Doch er hatte die Rechnung ohne die Karnevalisten in Münster gemacht. Sie mochten ihn und da er ein offenes Wesen besaß, passte er hervorragend in die Gruppe der Karnevalisten. Der Virus „Karneval“ riss ihn nach und nach mit. So wurde er in der Mitte der neunziger Jahre zum Vizepräsidenten im Bürgerausschuss gewählt. Und gemeinsam mit Präsident Günter Honerpeick brach eine Zeit an, an die er heute noch gern zurück denkt. Rolf Jungenblut erinnert sich, “Es war eine Zeit der Kameradschaft und des Miteinanders unter den Vereinen. 1993, zum 1200 jährigen Stadtjubiläum, konnte ich in die ganze Sache reinriechen und ich fand es toll. Ein Jahr später wurde ich in die Prinzengarde aufgenommen und im darauf folgenden Jahr wählte mich die Prinzengarde in den Bürgerausschuss zum Vizepräsidenten“.

Wolfgang Heuer, Verwaltungsleiter für Feuerwehr und Ordnungsamt – Rolf Jungenblut, Präsident des BMK, Gerd Meier, Zugkommandant des BMK und Benno Fritzen, Chef der Feuerwehr Münster a.D. im Krisenzentrum.

Während seiner achtjährigen Vizepräsidentschaft kam sein närrischer Auftritt als Prinz der Stadt Münster, das war 1996/97. Im Jahr 2002 erklomm er die Präsidentschaft des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval. Dieser „Job“ hat ihm in der ganzen Zeit viel Freude bereitet, nur als er im Jahr 2016 den Rosenmontagsumzug in Münster absagen musste, da die vorherrschenden Wetterbedingungen nicht kalkulierbar waren, da schmerzte sein Karnevalsherz und er fühlte mit all den in ihrer Vorfreude gebrochenen Karnevalisten.

Nur ein verletzter, oder gar getöteter Mensch hätte bei den möglichen Witterungsbedingungen einen unbezahlbaren Preis bedeutet. Der Präsident stand bei Karnevalisten und Bürgern durch seine gefällte Entscheidung in massiver Kritik, doch erfahrene Fachleute auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes, sowie der Aufsichtsbehörden und Wetterexperten, bescheinigten Rolf Jungenblut die aus Expertensicht richtige Entscheidung.

Mit Rolf Jungenblut geht nun ein Mann, der sich gern auch als unbequem in seiner Präsidentschaft zeigte. Er sagte oft was andere nicht hören wollten, hatte eine eigene Meinung und trat vielen Leuten in der Verwaltung auf die Füße. Denn wenn es nur nach der Verwaltung gehen würde, wär der Karneval schon lange Zeit passee. So findet nun die Ära Rolf Jungenblut ihr Ende und er geht mit einem lachenden sowie einem weinenden Auge.

„Es war eine schöne Zeit, mit unglaublich tollen Menschen, doch nun ist es für mich auch genug. Ich bedauere meinen Nachfolger nicht. Denn nun die Vereine zu einer vernünftigen Zusammenführung zu bringen, gemeinsam statt einsam den schweren Weg der überlebensfähigen Vereinsgemeinschaft zu begehen, das wird eine herausfordernde Aufgabe“, sagt er nachdenklich.

So bleibt uns nur, dem Mann zu danken, der mit seinem persönlichen Einsatz, oft rund um die Uhr, den Karneval in Münster in einer Vielzahl von Fällen zum Überleben geholfen hat.

„Münster Helau – Rolf Jungenblut“

 

 


Dr. Helge Nieswandt (58), vom Archäologischen Museum der WWU Münster, tritt die Nachfolge von Rolf Jungenblut an.

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