Bares für Rares in Münster

Wer kennt sie nicht die erfolgreichste Nachmittagssendung des ZDF, die mittlerweile auch im Abendprogramm angekommen ist. Richtig es handelt sich um die Erfolgsproduktion „Bares für Rares“. Es ist eine der wenigen Sendungen die es beim ZDF geschafft haben, junge Zuschauergruppen anzusprechen und diese auch noch zu behalten.

Maßgeblich gibt es mehrere Faktoren für die breitbandige Beliebtheit der Sendung. Die einen schieben dem Unterhaltungsprofi Horst Lichter den Erfolg in die Schuhe, die nächsten wissen wie professionell die Produktionsfirma (Eyeworks – jetzt Warner Bros Television Production) nicht nur bei Kriminalfilmen arbeitet. (Die Fernsehreihe Wilsberg ist nebenbei bemerkt auch eine sehr erfolgreiche Produktion aus dem Hause.) Aber auf den Punkt des Erfolgs bringen es wohl alle Beteiligten zusammen. Und dazu gehören natürlich auch die wohl beliebtesten Ankauf-Spezialisten, die in der ZDF-Show wie im realen Leben, fair und versiert handeln.

Doch bleiben wir bei der generations-zusammenführenden Reaktivierung gegen die Wegwerfkultur und erklären was Münster damit verbindet. Altes bewahren und schätzen, ist mehr im Trend, als es von der Allgemeinheit angenommen wird. Einer der es genau wissen muss ist Daniel Meyer, der ebenfalls bei „Bares für Rares“ als sympathischer Händler fungiert. Der in Augsburg geborene Antiquitäten Händler, studierte in Münster Kunstgeschichte und verdiente noch während seines Studiums die ersten Gelder mit dem Verkauf von Trödel, Kunst sowie Antik-Vermittlungen.

Münsters großer Promenadenflohmarkt gehörte ebenso wie andere Antik- und Trödelmärkte, zu seinen festen An- und Verkaufsstellen. Der oft nach außen liebevolle Chaotiker, birgt unendliche Verbindungen in seinem persönlichen Chaosuniversum der verschiedenen Kulturen. Dabei reproduziert er künstlerisches Verständnis nicht nach bekannten Vorgaben sondern erschafft, mit der Gabe seiner Freidenkerei, neue Trends und trifft so oft den individuellen Geschmack seiner Kundschaft. Ganz nach dem Motto „Nicht immer alles nach dem Musterkatalog“, für Meyer ist oft weniger, mehr, und das individuelle Erlebnis im Konsum fast immer das Produkt eines betrachtenswerten Einzelstückes.

Sein erfolgreiches Debüt in der Trödelszene erlangte er mit dem größten Trödelladen an der Friedrich-Ebert-Straße in Münster. Mit fast 1000 qm2 Ladenfläche wurde er rasch über die Grenzen der Stadt bekannt und zur ersten Anlaufstelle für bezahlbarer Wohnkultur. Daniel Meyer hat bei der wachsende Studentenschar, bedingt durch sein Engagement gegen die Wegwerfkultur und dem damit einher gehenden Umweltschutz, besonders das Herz der oft klammen „Ersties“ gewonnen. Denn er, selbst noch in den studentischen Nachwehen, kannte die Bedürfnisse seiner Generation aus eigener Erfahrung.

Die damaligen verantwortlichen Köpfe der Stadt hatten leider noch kein weitreichendes Einfühlungsvermögen um die Eckpfeiler eines sozial denkenden Unternehmers zu verstehen und die Wichtigkeit der wachsenden Leuchttürme im urbanen Raum für Gebrauchtes zu fördern, sie sammelten in Form eines „Ideenstaubsaugers“ und konkurrierten mit Gewerbetreibenden. Für Meyer wurde es schwer, sein Verkaufskonzept auf gewinnbringende Langlebigkeit auszubauen. So gelangte er zum Standort in der Innenstadt. Nach und nach wurde so die Hörsterstraße Nr.20 zum Geheimtipp der Antik und Trödelliebhaber. Inzwischen führt Daniel Meyer hier ein weltweit beachtetes Auktionshaus, welches nicht zuletzt durch den TV-Kult eine enorme Aufmerksamkeit bekam.

Kunden schätzen den versierten Kunsthändler für sein ausgereiftes Netzwerk und die auch aus dem TV bekannte Menschlichkeit, die den Münsteraner widerspiegelt. Im Bereich Antiquitäten, Möbel, Silber und Schmuck überzeugt der Kunsthistoriker ebenso sorgfältig wie bei antiken Möbeln und Gemälden. Vier Mal im Jahr gibt es in den Verkaufsräumen Auktionen, die live im Internet übertragen werden und so zu weltweiten Bietern führen.

Kulturübergreifend regeneriert sich hier längst vergessenes und belebt die Generationen mit Zeitlosem, gleich ob im TV oder im Laden von Daniel Meyer. Hier gibt er, sofern die Zeit vorhanden ist, kostenlose und unverbindliche mündliche Schätzungen, der von den Kunden mitgebrachten Objekte. Und vieles was Meyer während der Sendung ankauft, steht etwas später im Ladenlokal an der Hörsterstraße – Nur wenige Schritte vom Mittelpunkt der Stadt.