Münster gewinnt mit der Präsidentschaft von Markus Lewe

Viel Kritik weht zurzeit dem Oberbürgermeister der Stadt Münster entgegen, denn dieser wurde zum 01.01.2018 als Präsident des Deutschen Städtetages gewählt. Und somit ist Markus Lewe als Oberhaupt des mächtigen Verbandes der Städte in Deutschland, nun auch Bindeglied und Sprachorgan gegenüber Bundesregierung, Bundestag, Bundesrat, Europäischer Union und zahlreichen weiteren Organisationen, indem er bis Juni 2019 die Interessen von rund 3400 Städten und Gemeinden mit fast 52 Millionen Einwohnern, vertritt.

Vorgeworfen wird ihm zum Beispiel, er könne sich nicht mehr mit ganzer Kraft um die Belange der eigenen Stadt kümmern. Doch ob diese Kritik auch wirklich berechtigt ist und was Münster durch die Präsidentschaft seines Stadtoberhauptes gewinnt, erklärte er den Medienvertretern gestern persönlich.

“Für Städte, die den Präsidenten des Deutschen Städtetages stellen dürfen, ist das immer ein Gewinn. Dafür lohnt es sich, eine Zeitlang die Belastung durch dieses zusätzliche Ehrenamt zu übernehmen”, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe auf dem Pressetermin.

Der Städtetag ist mit Stellungnahmen seines Präsidenten zu existentiellen Anliegen der Kommunen regelmäßig bundesweit in Medien vertreten. Dadurch erhält Münster in den kommenden eineinhalb Jahren mehr mediale Präsenz. Der Bekanntheitsgrad der Stadt wird steigen, wichtige Multiplikatoren werden zu Terminen und Beratungen nach Münster kommen. “Die Türen sind für Münster ein Stück weiter geöffnet”, so der Oberbürgermeister.

Viele Fragen und Herausforderungen könnten die Städte und Gemeinden nur gemeinsam lösen. Dazu benötigen sie die starke Stimme des Deutschen Städtetages, der alle kreisfreien und die meisten kreisangehörigen Städte vertritt, sagte OB Lewe. “Alle Mitgliedstädte profitieren von den Erfahrungen und der Interessenvertretung ihres Spitzenverbandes. Zugleich lebt der Städtetag davon, dass die Kommunen ihre Fragestellungen und Erfahrungen einbringen”, so Markus Lewe, der bereits seit 2013 dem Städtetags-Präsidium angehört.

Lewe nennt Beispiele für Herausforderungen, die von den Städten nur gemeinsam gelöst werden können und in denen der Städtetag eine besondere Rolle hat: “Ich denke an die Frage der Aufwendungen für geflüchtete Menschen, an Verkehr, Kultur oder Sicherheit. Wie plant man Städte und urbane Lebensformen von morgen? Alle diese Fragen lassen sich im Miteinander besser beantworten und auch nur gemeinsam gegenüber Bund und Ländern artikulieren.”

Die Position des Städtetages: “Wir wollen Städte mit hoher Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger. Wir tragen als Städte zur politischen und wirtschaftlichen Stabilität unseres Landes bei. Und wir fördern den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Deshalb gehen viele Themen der Kommunen auch Bund und Länder an, die uns nach besten Kräften unterstützen sollten.”

Als wichtige Weichenstellungen, die die Städte im Jahr 2018 von Bund und Ländern erwarten, nannte OB Lewe: Mehr Investitionen in die kommunale Infrastruktur, Förderung nachhaltiger Mobilität, Finanzierung der Integration und Ausbau von Ganztagsschulen.

Als persönlichen Schwerpunkt will Lewe in seiner Präsidentschaft das Thema der europäischen Stadt einbringen. “Die Beziehungen in den Grenzregionen sollten wir deutlich intensivieren. Das ist eine Chance, Europa erlebbar zu machen.”