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Bahnbrechendes Konzept einer Münsterland-S-Bahn

Gestern wurde im Stadtweinhaus eine weitreichende Pressekonferenz zum Thema “Münsterland-S-Bahn” extra auf einen Tag gelegt, an dem der Sonnenschein bei dem wichtigen Vorhaben von Anfang an kräftig mithalf, das beste Licht auf dieses zukünftige Projekt zu werfen. Das Thema ist ernst, wer sich als Verkehrsteilnehmer im Münsterland und auch weit darüber hinaus bewegt, wird die derzeitige Situation längst bemerkt haben. Die Zeichen stehen kurz vor einem Verkehrsinfarkt und dies inzwischen nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Schiene. Mit diesen dramatischen Worten eröffnete Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe diese so überaus gewichtige Pressekonferenz, im Beisein vom Sprecher der Landräte des Münsterlands, Dr. Olaf Gericke, selbst Landrat im Kreis Warendorf, sowie Landrat Dr. Klaus Effing (Kreis Steinfurt), Landrat Dr. Kai Zwicker (Kreis Borken), Kreisdirektor Dr. Linus Tepe (Kreis Coesfeld), NWL- Geschäftsführer Joachim Künzel. 

Der Oberbürgermeister nannte den heutigen Tag sogar einen historischen Tag, der in Zukunft in den Geschichtsbüchern seinen Platz finden wird. Im Kern geht es um zukünftige Mobilität und die Verschmelzung der bestehenden, sowie neu zu schaffende Verkehrsräume. Dabei geht es nicht nur um das Münsterland, sondern auch um weite Teile des Ostwestfälischen Raums und besonders wichtig werden auch große Teile der niederländischen Räume, die in Zukunft immer weiter zusammenwachsen werden.

Der Dreh und Angelpunkt, soll Münster, für den neu zu schaffenden Verkehrsraum werden. Dies ist nun keine Aufgabe, die in wenigen Monaten funktionieren wird, sondern vielmehr ein gigantisches Bauvorhaben, welches sich nach vorsichtigen Schätzungen im dreistelligen Millionen Euro Bereich bewegen wird. Der Rat der Stadt Münster soll in seinen nächsten Sitzungsketten mit den Landräten der Kreise dieses Projekt gegenüber der Landesregierung mit verabschieden und gemeinsam mit den lokalen Lastträgern in der Region die Weichen vorbereiten. “Wir sind zuversichtlich, dass die Bürgerinnen und Bürger der Region, bis hin zu der Bevölkerung Europas, dem Projekt große Anerkennung zuerkennen werden. Besonders da dies kein abgekupfertes Konzept, sondern eine vollkommene Neugestaltung darstellt. Mit der Vorstellung dieser Konzeption soll es für die Menschen eine einfache, bezahlbare Lösung für eine schnelle Nutzung unterschiedlichster Mobilitätsmöglichkeiten der Zukunft geben.”

Die Zielkonzeption soll als Teil des Projekts “Mobiles Münsterland” verstanden werden. Bis zur Erfüllung werden jedoch zehn bis zwanzig Jahre zur Realisierung benötigt. Schon zum nächsten Fahrplanwechsel hält der Oberbürgermeister eine Taktverdichtung zwischen Essen, Coesfeld, oder  Borken mit Zwischenschritten für möglich, die auf Stammstrecken sogar zu einem 15-Minutentakt führen könnten.

Ganz besonders soll die Strecke Enschede – Münster deutlich dichter angebunden werden. Aus diesem Grund wird eine benötigte Elektrifizierung mit Hochdruck vorangetrieben. Als erste S-Bahnlinie von 9 Linien, könnte die zukünftig geplante S-8 in die Realisierung treten, diese wird in erster Linie mit weiteren geplanten Haltepunkten auf Grundlage der alten WLE – Führung basieren.

In den kommenden Wochen werden wir verstärkt über dieses geplante Vorhaben berichten, um dann auch in die Tiefe gehen zu können.