LWL-Kulturstiftung vergibt1,5 Millionen Euro Förderung an 14 Institutionen

Über die Förderung der LWL-Kulturstiftung können sich insgesamt 14 Einrichtungen in der Region Westfalen-Lippe freuen: Das Kuratorium der Stiftung bewertete diese Kulturvorhaben aus den Städten Herne und Münster sowie aus neun Kreisen in Westfalen-Lippe als förderungswürdig und beschloss die Unterstützung im Umfang von rund 1,5 Millionen Euro. Insgesamt lagen 32 Projektanträge aus den Bereichen Kunst, Literatur, Film, Musik, Theater und Tanz vor.

Das jüngst beschlossene Förderprogramm für Projekte, die ab dem Jahr 2020 realisiert werden, zeige die Vielfalt der Kulturlandschaft Westfalen-Lippes, so Karl Dittmar, Vorsitzender des Kuratoriums aus Bad Salzuflen (Kreis Lippe). “Von den Städten bis hin in kleinere Ortschaften ländlicher Gegenden, von Ausstellungen, über Film- und Tanzprojekte – unsere Unterstützung fließt in die vielgliedrige und lebendige Kunst- und Kulturszene, die das Leben in Westfalen-Lippe durch Impulse und Ideen nachhaltig bereichert”, so Dittmar. “Der Kulturkalender 2020 ist schon jetzt mit einigen Highlights unserer Projekte gefüllt”.

Bereits im Mai 2020 (19. – 20.5.) startet das Festival “FIDENA” des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst in Bochum (Kreis Bochum) an fünf Orten der Region, wofür das Figurentheater mit 30.000 Euro von der LWL-Kulturstiftung rechnen kann.

Mit 100.000 Euro Förderung unterstützt die Kulturstiftung die 40. Internationalen Hansetage, zu denen die Stadt Brilon unter dem Motto “Hanse. Heimat. Handgemacht” im kommenden Sommer (4. – 7.6.) in den Hochsauerlandkreis einlädt. Im Herbst lockt Europas größtes internationales Krimifestival “Mord am Hellweg” (19.9. – 14.11.) in die Hellweg-Region (Kreis Unna), dessen Umsetzung die Stiftung mit 40.000 Euro unterstützt.

Förderungen erhalten auch digitale Vermittlungsprojekte wie die “Archäologische Zeitmaschine” der Altertumskommission für Westfalen in Münster, 90.000 Euro, und das Ausstellungsprojekt “Droste Digital” der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung in Havixbeck (Kreis Coesfeld), 338.000 Euro. “Digitalisierung als unterstützendes Element in der Kulturvermittlung ist für uns ein wesentlicher kulturpolitischer Anspruch, durch den unsere kulturellen Werte und das uns anvertraute Erbe zeitgemäß einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden”, ordnet Matthias Löb, LWL-Direktor und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung, diese Förderungen ein. Es zeige sich, dass sich dank des offenen Förderprofils der Stiftung gesellschaftliche Entwicklungen wie die Digitalisierung in dem Projektportfolio wiederfinden.

Explizit stärkt die LWL-Kulturstiftung seit ihrer Gründung 2004 ort- und spartenübergreifende kulturelle Netzwerke. Diesem Anspruch folgend erhält das Kultursekretariat Gütersloh für das NRW-weite Förderprogramm “create music NRW” 150.000 Euro von der Stiftung.

Im Umfang von 20.000 Euro wird das KünstlerinnenForum MünsterLand aus Münster für das Projekt “KunstOrt MünsterLand 2021, #VIELFALT” unterstützt. Im Kreis Siegen-Wittgenstein würdigt die Kulturstiftung die Arbeit des Künstlerverbunds Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler und gibt 47.370 Euro für das Jubiläumsprojekt “Kunst Netz – 100 Jahre Dialog”. “Netzwerke sind Forum und Plattform für kreativen Dialog und Austausch, sie stärken nicht nur den Einzelnen, sondern vervielfältigen die eingebrachten Stärken und lassen so alle Akteure mit geballter Kraft weit über die Region hinaus strahlen”, betont Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung.

Zu den Förderprojekten gehören auch drei Ausstellungshöhepunkte in der Region: “Passion Leidenschaft. Die Kunst der großen Gefühle” lockt ab Oktober 2020 (9.10.2020 – 14.2.2021) in das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster und wird mit 185.000 Euro Förderung von der LWL-Kulturstiftung umgesetzt. Im LWL-Museum für Archäologie in Herne können sich Interessierte auf eine maßstabgetreue Rekonstruktion des zentralen Teils des Steinkreises “Stonehenge” freuen (ab September 2021), deren gleichnamige Ausstellung in Höhe von 285.000 Euro von der Stiftung unterstützt wird. “Latein. Die Sprache Europas” ist Thema der Ausstellung im Herbst 2021 im LWL-Museum für Klosterkultur – Stiftung Kloster Dalheim in Lichtenau (Kreis Paderborn), für die die Stiftung 175.000 Euro bereitstellt.

Gefördert wird auch die Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung in Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis) für die Konzertreihe “Best of NRW” mit 25.000 Euro, die ab Herbst 2020 mit 52 Konzertterminen junge Musikerinnen und Musiker der Region präsentiert. Für das Filmprojekt “Jung und jüdisch. Geschichten aus Westfalen und der Welt” erhält der Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V. in Dorsten (Kreis Recklinghausen) 19.000 Euro Förderung. Über eine Unterstützung in Höhe von 15.000 Euro kann sich ProArtiSt Productions aus Münster in Kooperation mit White Elephant Collective e.V. (Berlin) freuen, die das Literatur-Tanz-Projekt “TanzPoeten unterwegs” in Westfalen-Lippe erarbeiten und zeigen.

Antragsfristen 2020 sind der 29. Februar und der 31. August.


Zur Information
Die 2003/04 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gegründete LWL-Kulturstiftung hat die Aufgabe, überörtliche, spartenübergreifende oder interdisziplinäre kulturelle Projekte und Kooperationen mit westfälisch-lippischem Bezug zu fördern. Im Blickpunkt stehen dabei Projekte aus den Sparten Bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur, Film und landeskundliche Forschung. Mit ihren Förderungen stärkt die LWL-Kulturstiftung Kunst und Kultur in Westfalen-Lippe, unterstützt Vernetzung und Kooperationen und schafft kulturelle Mehrwerte in und für die Region. Aufgrund ihrer fördernden und beratenden Tätigkeit ist die Stiftung zu einer starken Partnerin für Kulturverantwortliche und Kulturschaffende in Westfalen-Lippe geworden. Seit ihrer Gründung hat die LWL-Kulturstiftung rund 224 Projekte mit Mitteln in Höhe von rund 27,2 Millionen Euro bewilligt.