Zukunftsentwicklung Musik Campus Münster

Ganz besonders nach den einschneidenden Erlebnissen der harten Auswirkungen bislang noch nie erlebter Beschneidungen unseres Lebens in der Corona-Krise, ist den Bürgerinnen und Bürgern der innere Wert kulturellen Schaffens teilweise so nahe gekommen, wie es uns selten so unmittelbar berührte. In den vergangenen Wochen zehrte die Situation, mit all ihrer Enthaltsamkeit, an den wunden Punkten unseres Lebens.

Und doch hat uns gerade diese Krise gezeigt, wie Wertstabil der Punkt Musik uns alle in seien Bann zieht und wie sehr uns auch in solch einer Krise etwas Elementares fehlt. Musik gehört mit all seinen Facetten zu unseren unmittelbaren Lebensumfeldern, spendet Mut, bringt Freude, gibt uns Lebenswillen und verbindet uns Menschen. Darauf dürfen und können wir nicht verzichten.

So beschrieb schon „Johann Gottfried Seumes in seinem Gedicht (Volkslied von 1804) „Wo man singet, lass dich ruhig nieder, / Ohne Furcht, was man im Lande glaubt; / Wo man singet, wird kein Mensch beraubt; / Bösewichter haben keine Lieder.“ („Wo man singt, da laß’ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“) –

Unsere Nachbarstadt Enschede in den Niederlanden zeigte uns in den vergangenen Monaten sehr deutlich, wie sehr die Wissenschaft und auch die Kultur durch den Impuls eines Musik-Zentrums im Stadtkern, den Menschen einer Kommune so viel zurückgibt, dass es auch über große Krisen den Alltag der Menschen erträglicher macht und vor allem zu einem friedlichen Bindeglied in der Gesellschaft werden kann.

Der Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Johannes Wessels, und der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe, haben bekräftigt, dass sie trotz der aktuellen Corona-Pandemie ihre Pläne für einen Musik-Campus weiterverfolgen. “Wir sind uns darin einig, dass sowohl die Stadt als auch die Universität derzeit alles dafür tun sollten, die Folgen und Herausforderungen der Pandemie in den Griff zu bekommen – das steht eindeutig im Vordergrund”, unterstreicht Johannes Wessels. “Für die WWU kann ich sagen, dass wir gut in unser erstes Online-Semester gestartet sind. Gleichzeitig möchte ich betonen, dass wir gut beraten sind, nun auch wieder Themen in den Blick zu nehmen, die für die Zukunftsentwicklung der Stadt Münster sowie der Universität wichtig sind – dazu zählt auch der Musik-Campus.”

Johannes Wessels wies darauf hin, dass sich Ende des Monats der Lenkungskreis von Stadt und Universität erneut treffen werde, um die aktuelle Sachlage und mögliche weitere Schritte beim Musik-Campus zu besprechen. Auch der Oberbürgermeister will an dem Vorhaben festhalten und verwies auf die im Januar unterzeichnete Kooperationsvereinbarung. „Die Corona-Pandemie bindet viele städtische Ressourcen. Die anstehende Kommunalwahl und die Neukonstituierung relevanter Gremien, werden richtungweisende Beschlüsse vermutlich bis in das kommende Jahr hinein aufschieben. Das betrifft auch den Musik-Campus”, betont Markus Lewe. “Er ist als prägendes Projekt kaum mehr aus der Stadt wegzudenken und muss als Kern eines neuen Kulturquartiers und als Sprungbrett zwischen Altstadt und dem wachsenden Westen definiert werden – vor allem städtebaulich und architektonisch.“

Im September 2016 hatten Markus Lewe, die damalige Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles und der seinerzeit designierte neue Rektor Johannes Wessels, eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Als möglichen Standort benannten sie das Gelände des ehemaligen Instituts für Pharmazie in der Hittorfstraße, dass nur wenige hundert Meter vom Schloss entfernt und unmittelbar am Verkehrsknotenpunkt Coesfelder Kreuz liegt. Ausgangspunkt ist die akute Raumnot in der Musikhochschule der WWU, infolgedessen die Universität der Stadt – auch mit Blick auf die gemeinsame Geschichte der drei Institutionen – das Angebot unterbreitete, einen Musik-Campus für die Musikhochschule, für die städtische Musikschule und das Sinfonieorchester zu schaffen. Damit verbunden ist zudem das Angebot an alle Musikschaffenden der Stadt und Region, sich ebenfalls einzubringen.


Bilder : Peter Wattendorf & Stadt Münster