Die Blauen Schafe des Münsterlandes ziehen um die Welt

Im Münsterland sind sie inzwischen sehr bekannt, die blauen Lämmer. Doch wie es dazu kam und was es damit auf sich hat erfahren sie in diesem Artikel. Ingrid Hagen, eine durch und durch außergewöhnliche Frau hat Ihr Leben in den vergangenen Jahren restlos verändert und Ihren ehemaligen luxuriösen Lebensstiel, gleichwohl einem Paradigmenwechsel ebenbürtig, in ein äußerst asketisches einfaches Leben fernab vom üblichen Luxus, gewandelt. Jetzt durch den Wandel vieler Menschen, bedingt durch Corona wird die asketische Lebensführung zu einem immer stärker werdenden Trend. Einer inneren Erleuchtung gleich, legte die erfolgreiche Architektin von einem auf den anderen Tag Ihre wohlbehütete Lebenseinstellung ab und wählte das Leben, welches sie auf den Weg der inneren Erleuchtung brachte und Ihrer Meinung nach der Schlüssel zum Glücklich sein ist. Dies klingt spirituell und fast schon sehr buddhistisch, obwohl sie keiner festen Glaubensgemeinschaft angehört. In Metelen fand sie schließlich Ihre Wahlheimat und einen Ort, der sie von nun an bedingungslos faszinierte. Hier entstand Ihre Idee einer Eingebung gleich, welcher sie von nun an Ihr Leben widmete.

Ihr wurde klar, was das eigentliche Geheimnis von Glück und Zufriedenheit bedeuten und ebenfalls für viele Mitmenschen greifbar machen kann. Besonders für viele Frauen, die Ihre eigenen Wünsche oft den gesellschaftlichen Zwängen und der Gemeinschaft unterordnen.

Sie sagte sich,“ es wird global so lange nicht funktionieren, wenn viele nach außen zwar Frieden proklamieren, zu Hause, in der Freizeit und am Arbeitsplatz aber Unfrieden herrschen. Auch der Frieden zwischen Mann und Frau ist oft nur eine trügerische Fassade. Die Macht, die hier zum Teil verdeckt, zum Teil offen, vor allem gegen die Frauen, ausgeübt wird, ist enorm. Oft sind sich die Betroffenen darüber noch nicht einmal bewusst, ja nehmen es gar nicht so wahr. Die Unterdrückung währt schon viel zu lange, als dass sie noch bewusst in allen Facetten wahrgenommen wird.“ – Um es kurzzumachen. So kam sie auf die Idee, mitten in Metelen viele Jahre nach Schließung der alten Klosteranlage in diesem Ort, den Geist aufzuwecken und mit dem Gedanken weiblichen durch Blickens für das wahre Leben im modernen Zeitgewand, die Institution des alten Klosters wieder neu zu schaffen.

Dazu sagt sie, “Gott schuf Mann und Frau zu gleichen Teilen. Solange der weibliche, weiche, liebevolle Teil nicht seinen ihm zustehenden Anteil in der Welt, im menschlichen Miteinander, selbstbewusst und selbst-verständlich einnimmt, wird es keinen Frieden auf Erden geben. Und sie fügt hinzu – “Harmonie entsteht erst durch den Ausgleich der Kräfte. Ergänzen sich beide zu gleichen Teilen mit Ihren jeweiligen besonderen Fähigkeiten und Möglichkeiten, schließt sich der Kreis. Dieser lebendige Ort, Kloster Metelen, soll mein Beitrag zum Weltfrieden sein.”

Doch nun stand sie mit Ihrer Erkenntnis da, mitten in Metelen und konnte eigentlich nur mit Ihrer Lebenserkenntnis und Ihrem Architektur-Fachwissen sowie Ihrer Lebenserfahrung punkten. Als Architektin für den Wiederaufbau von Schlössern und Burgen hatte sie sich in der Welt einen guten Namen in Fachkreisen gemacht. Aber Ihre Idee einer Klostergründung benötigte deutlich mehr. Kurzum Geld, oder um es treffender zu sagen, viel Geld war nun nötig.

So entstand nach und nach die Idee Evas Gästehaus als Basisprojekt zu schaffen.
Es soll ein internationales Gästehaus für Frauen entstehen, welches ein Ort für den inneren Frieden werden soll.
Dann lief ihr ein blaues Schaf von der Blauschäferei Reetz und Pullheim, 2017, über den Weg.

In den folgenden Jahren wurde die Herde der nun gegründeten „Jungen Münsterländer Friedensherde“ größer und größer. Inzwischen stehen auf jedem Kontinent zumindest vier blaue Pfoten Ihrer Friedenslämmer. Und die Verbreitung geht von Jahr zu Jahr weiter. Im aktuellen Jahr wurde es durch die Corona-Krise abenteuerlich und sehr beschwerlich, doch es ist selbst unter den immensen Umständen geglückt.
Nur das angedachte Patenfest musste in diesem Jahr ausfallen, soll aber im kommenden Jahr nachgeholt werden.
200 blaue Lämmer warteten geduldig auf den spannenden Moment von Ihren 200 Paten, über Pfingsten in Ostbevern, in Empfang genommen zu werden und dann mit Ihnen zusammen Ihre neue Heimat kennenlernen zu dürfen.
Doch zuvor hatte die Kunstinitiatorin, bedingt durch die Corona-Viren, ein unerwartetes Hindernisrennen quer durch alle Behörden und mit ihren Auflagen zu bewerkstelligen.

Auf der großen Wiese neben der Kath. Kirchengemeinde St. Ambrosius im Ostbeverner Ortskern, wurden die blauen Friedenslämmer in einem Corona- tauglichen Sicherheitsabstand von zwei Metern voneinander aufgestellt und mussten jetzt nur noch die verbleibende Zeit bis zum Eintreffen der Paten abwarten. Die Initiatorin Ingrid Hagen, legte beim Aufstellen der Lämmer aller größte Sorgfalt, auf peinlich eingehaltene Hygienemaßnahmen. So wurden die erwarteten Tierpaten durch ein ausgeklügeltes Verfahren so aufgeteilt, dass es zu keinen Übertretungen der inzwischen bekannten Corona-Auflagen kommen konnte. Für Ingrid Hagen gab es auch nach dem großen Lock- down keine Alternative. Sicherheit und Schutz hatten oberste Priorität.
Da sich die Tierpaten Ihr Lamm auf der Wiese selbst aussuchen mussten, wurde wie bereits erwähnt, jedes Tier so aufgestellt, dass sich die Paten bei der Auswahl der gewünschten Patenobjekte nicht in die Quere kommen konnten. Zudem durfte immer nur ein Pate allein auf die Wiese. Wer ein Lamm auserwählt hatte und es berührte, musste es auch mitnehmen. Testkuscheln und ähnliche Aktionen waren eindeutig vorher verboten worden.
Doch diese Auflage störte niemanden so wirklich. Denn letztendlich lebt diese Aktion ja von dem Grundsatz Ihrer Botschaft: „Alle sind gleich, jeder ist wichtig.“
Belohnt wurde die Kunst-Mitmachtaktion unter anderem vom besten Wetter, tollen Menschen und dem guten Gewissen, wegweisendes für den Zusammenhalt von Menschen mit einer gesunden Distanz und dem Bewusstsein etwas für ein verbindendes Projekt „Füreinander-Miteinander“, getan zu haben.

Ingrid Hagen hat noch eine Ihr wichtige Botschaft:
„Ich möchte allen Menschen sagen, seid tolerant, hört auf zu klagen. Seid offen und verständnisvoll, dann ist für alle das Leben toll.
Was uns verbindet – das ist der Frieden, die Güte, die Hoffnung und das Lieben.
Alle sind gleich und jeder ist wichtig, das macht die Seele leichtgewichtig.
Das tut jedem Menschen gut, ich wünsche ihnen Kraft und Mut.“
(E.Hohmeister/M.Hoffs

Nach der Veranstaltung, die eigentlich keine war, sah man im Umkreis häufig gutgelaunte Paten in Ihren Autos umherfahren, um womöglich Ihrem Patentieren die Umgebung zu zeigen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen in der Zukunft, häufiger blaue Schafe begegnen.

Weitere Informationen, auch zu weiteren geplanten Aktionen, erhalten Sie unter: www.kloster-metelen.de