Größtes Ausstellungsobjekt wird angeliefert

LWL-Museum für Naturkunde zeigt mit mobiler Station Forscherleben in der Antarktis

In dem mobilen Wohncontainer erfahren ab dem 21. August Museumsgäste, wie das Leben als Polarforscher in der Antarktis ist. Die Kuratorin Lisa Klepfer (re.), Museumsdirektor Dr. Jann Ole Kriegs und Ausstellungsmacherin Dr. Hanna Rüschoff (li.) freuen sich über die Ankunft der Kabause.

Der Wohnwagen ist ausgestattet mit allem was Wissenschaftler in der Antarktis brauchen, von der Kaffeetasse bis zu Polarkleidung.

 Im Rahmen der Sonderausstellung “Überlebenskünstler Mensch” haben Besucher seit Mittwoch (17.6.) die Möglichkeit, einen mobilen Wohncontainer auf dem Vorplatz des LWL-Museums für Naturkunde in Münster zu besichtigen. Das Ausstellungsobjekt stellt anschaulich das Forscherleben in der Antarktis vor und ist zugleich das größte Ausstellungsobjekt der neuen Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Der Nachbau einer echten Kabause ist eine Leihgabe des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar-und Meeresforschung. Die 200 Kilometer von Bremerhaven nach Münster legte die Kabause nicht wie in der Antarktis auf einem Schlitten, sondern mit einem Schwerlasttransporter zurück in Münster an. Gemeinsam mit dem Team vom Naturkundemuseum und dem Team der Leihgeber der Kabause wurde die Station auf dem Museumsvorplatz platziert. Interessierte müssen sich allerdings noch bis zum 21. August gedulden, wenn sie die Kabause von innen sehen möchten. Denn erst, wenn die Ausstellung im August eröffnet wird, wird ein Blick ins Innere möglich sein.

Blickt man aus den Fenstern der Kabause, vermitteln Monitore die Aussicht auf die Landschaft der Antarktis und der Neumayer- Station III, so als wäre man wirklich vor Ort.

Nur wenige wissen, wie sich das Leben in der Antarktis anfühlt. Umgeben von Schnee und Eis trotzen jedes Jahr einige Wissenschaftlerinnen den extremen Bedingungen, um die Region und das Klima zu erforschen. Während dieser Zeit leben und arbeiten sie auf der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis. Auf Expeditionen fernab der Station dienen Kabausen den Forschern als Unterkunft.

Eine Kabause ist ein mobiler Wohncontainer, indem bis zu sechs Personen auf engstem Raum mehrere Wochen leben können. Diese besondere WG ist samt Untergestell neun Meter lang und drei Meter breit, somit ist sie das größte Objekt der neuen Ausstellung “Überlebenskünstler Mensch”.

“Wer für einen Tag einmal Wissenschaftlerin in der Antarktis sein möchte, kann das in unserem mobilen Container erleben. Die Kabause ist ausgestattet mit allem, was man für eine Polarexpedition braucht: von Polarkleidung, die auch bei antarktischen Temperaturen warmhält, Betten und Schlafsäcken, bis hin zur Tasse für den morgendlichen Kaffee”, erklärt Lisa Klepfer, Kuratorin im LWL-Museum für Naturkunde. “Besonders spannend finde ich den Blick aus den Fenstern der Kabause. Sie bestehen aus mehreren Monitoren, die einen Blick auf die Neumayer-Station III und die antarktische Landschaft gewähren. So als wären die Besucher wirklich vor Ort”, so Klepfer.

Hintergrund zur Ausstellung
Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster zeigt ab dem 21. August 2020 die Sonderausstellung “Überlebenskünstler Mensch”. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucherinnen und Besucher den Menschen in all seinen Facetten kennen. Die Ausstellung beleuchtet die zentralen Fragen: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wie haben wir uns ausgebreitet? Wo gehen wir hin? Dabei wird ein Bogen von den Anfängen des Homo Sapiens als Jäger und Sammler gespannt, bis hin zur möglichen Besiedlung des Mars durch die Menschheit.
Die Ausstellung ist für alle Menschen geeignet. Sie beinhaltet: Brailleschrift, einen speziellen, mehrsprachigen Audioguide (D, EN, NL) und Tastmodelle für Menschen mit Sehbehinderung, Mitmachstationen und untertitelte Filme. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Schülerinnen, Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.

LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster. Weitere Infos unter http://www.ueberlebenskuenstler-mensch.lwl.org oder Telefon: 0251 591 6050 (Servicezeiten: Mo-Fr 8.30-12.30 Uhr, Mo-Do 14-15.30 Uhr).

Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

Bilder: LWL / Steinweg