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Tetanus kann Leben retten

Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen, zieht es viele in die Natur. Ob beim Familienausflug zum See oder beim Werken im eigenen Garten – schnell kommt es zu kleinen Verletzungen. Gefährlich wird es, wenn die Wunde mit dem Tetanus-Erreger in Berührung kommt. Die Sporen befinden sich vor allem im Freien. Häufig sind sie im Erdboden, können aber auch an Gartenwerkzeugen sitzen oder im Straßenstaub vorkommen. Ein Holzsplitter im Finger oder ein kleiner Schnitt können ausreichen, um die Erreger zu übertragen.

Tetanus ist auch als Wundstarrkrampf bekannt. Die Erkrankung löst Muskelkrämpfe aus, die das Herz und die Atmung betreffen und zum Tod führen können. Eine Früherkennung ist schwierig, da die ersten Symptome frühestens nach drei Tagen, aber auch noch nach mehreren Monaten auftreten können. „Es gibt kein direktes Gegenmittel. Auch bei intensivmedizinischer Behandlung sterben zwischen zehn und 20 Prozent der Patienten“, sagt Michael Wever, Bezirksdirektor der Barmenia Versicherungen in Bielefeld. Unbehandelt verläuft die Erkrankung zu 70 Prozent tödlich.

Vor der tückischen Krankheit schützt eine Impfung. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt eine Grundimmunisierung gegen Tetanus als Säugling. Im Vorschulalter und zwischen dem neunten und 17. Lebensjahr sollte die Impfung bei Kindern aufgefrischt werden. Für einen lebenslangen Schutz sollten sich Erwachsene alle zehn Jahre impfen lassen. Eine Grundimmunisierung kann im Erwachsenenalter nachgeholt werden.

Nach Angaben der STIKO sind 75 Prozent der Deutschen gegen Tetanus geimpft. Menschen mit niedrigem Bildungsstand und Menschen über 65 versäumen eine Auffrischung häufig, sodass sie öfter erkranken. Kommt es zu einer Infektion, ist eine Impfung zu spät. So verstarb beispielsweise 2016 eine Rentnerin an Tetanus, nachdem sie sich bei der Gartenarbeit eine Schnittwunde zuzog. Ihre letzte Tetanus-Impfung war 13 Jahre her.

Bei einer Impfung wird dem Patienten das Tetanus-Serum in abgeschwächter Form gespritzt, wodurch das Immunsystem Antikörper produziert. In der Regel ist die Impfung gut verträglich, es kann aber zu Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle kommen. Selten treten Reaktionen wie Kopfschmerzen und Unwohlsein auf, die nach zwei bis drei Tagen wieder abklingen. „Die Tetanus-Impfung gehört zu den Standard-Impfungen in Deutschland. Wer seinen Hausarzt darauf anspricht, kann meist noch am gleichen Tag geimpft nach Hause gehen“, sagt Wever.

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