Elektroinstallation: Was beim Hausbau selbst gemacht werden darf

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Wenn ein Haus gebaut wird, zieht dies in der Regel hohe Kosten mit sich. Viele künftige Eigenheimbesitzer versuchen daher, zahlreiche Arbeiten selbst auszuführen. Dies kostet zwar oft mehr Zeit, schont aber das Budget. Doch wenn es um Elektroinstallationen geht, ist Vorsicht geboten. Hier ist die Arbeit in Eigenregie nämlich oft gefährlich und zum Teil sogar verboten.

Strenge rechtliche Gesetzeslage berücksichtigen

Beim Bau eines Eigenheims dürfen die künftigen Besitzer viele Arbeiten selbst übernehmen. Ob das Verlegen von Fliesen oder der Einbau von Fenstern, wer handwerklich begabt ist, kann lange Wartezeiten überbrücken und Kosten sparen. Etwas anders sieht es jedoch aus, wenn es um die Elektroinstallation geht. Elektroinstallationen dürfen in Deutschland nur von Handwerksfachbetrieben durchgeführt werden. Die Niederspannungsverordnung besagt, dass selbst einfache Arbeiten nicht von den Bauherren übernommen werden dürfen. Wer dennoch selbst Hand anlegt, erhöht das Risiko für spätere Kurzschlüsse, Überspannungen oder gar Brände im Eigenheim. Im Worst Case steigt dann auch noch die Versicherung aus. Schon alleine aus diesem Grund sollten Elektroinstallationen niemals in Eigenregie umgesetzt werden. Doch auch die Gefahr bei der Arbeit selbst ist nicht zu unterschätzen. Selbst eine kleine Unachtsamkeit kann Sie in Lebensgefahr bringen.

Vorbereitung in Absprache mit dem Fachmann

Auch, wenn das Verlegen der Stromleitungen sowie das Anbringen von EMV-Verschraubungen zwischen Kabelschirm und Masse nicht in Eigenregie erlaubt ist, können in Absprache mit dem Fachmann diverse Arbeiten selbst ausgeführt werden. Denn im Rohbau müssen Schlitze in die Ziegel gestemmt, Leerrohre verlegt und Kabel eingezogen werden. All diese Tätigkeiten können in Eigenregie durchgeführt werden. So lässt sich rund die Hälfte der Arbeit selbst durchführen. Zum Stemmen und Einziehen der Leerverrohrungen braucht es in der Regel auch kein allzu großes handwerkliches Geschick. Wichtig ist, vorab einen entsprechenden Plan zu haben und diesen mit dem Fachmann abzuklären. Denn am Ende muss der Elektroinstallateur die Laienarbeit abnehmen und für sicher empfinden. Ist dies nicht der Fall, muss der Fachmann nacharbeiten. Dadurch entstehen dann natürlich wieder weitere Kosten. Mit etwas handwerklichem Geschick können auch direkt Unterputzdosen verbaut werden. Durch die Arbeit in Eigenregie lassen sich oft vierstellige Beträge sparen. Da beim Hausbau oft jeder Euro zählt, ist es durchaus überlegenswert, diese vorbereitenden Arbeiten in Eigenleistung durchzuführen.

Auch beim Einrichten ist der Experte notwendig

Wenn der Hausbau in die finale Phase geht, können die meisten Arbeiten bereits selbst durchgeführt werden. Der Aufbau von Möbel und das Streichen der Wände können sogar ein Familienprojekt werden. Hier können nämlich auch die Kleinen bereits Hand anlegen. Anders sieht es auch hier aus, wenn es um die Elektronik geht. In den eigenen vier Wänden dürfen nämlich keine Leuchten oder Steckdosen in Eigenregie angeschlossen werden. Auch Elektronikherde oder andere Geräte mit Festanschluss müssen vom Elektronikfachmann in Betrieb genommen werden. Dabei geht es in erster Linie wieder um die eigene Sicherheit sowie um die Haftung im Schadensfall. Denn grundsätzlich hätten viele Hobby-Handwerker das Zeug dazu, eine Deckenleuchte selbst zu installieren. Erlaubt ist dies in Deutschland jedoch nicht. Zwar droht kein Bußgeld. Kommt es im Laufe der Zeit aber zu Schäden, die auf die selbstständig durchgeführte Montage zurückzuführen sind, besteht kein Versicherungsanspruch.