Münster

14 Millionen Euro Überschuss bei den Stadtwerken

Die Stadtwerke Münster ziehen eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres: 14,1 Millionen Euro Jahresüberschuss erwirtschaftete der kommunale Versorger im Jahr 2017 und liegt damit 9,8 Millionen Euro über dem Planergebnis. Das operative Geschäft lief erfolgreich: „Die Stadtwerke Münster haben im vergangenen Jahr mit 165.000 Kunden so viele Menschen mit Strom versorgt wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. In einem umkämpften Marktumfeld behaupten wir uns erfolgreich. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer des Unternehmens. Wie im Vorjahr tragen zum Ergebnis in hohem Umfang bilanzielle Sondereffekte bei, darunter Abschreibungen auf die Beteiligung am Flughafen Münster/Osnabrück, aufgelöste Rückstellungen sowie Grundstückserlöse.

Das gute Jahresergebnis nutzen die Stadtwerke, um sich solide für die Zukunft aufzustellen: Nach Abzug der Gewinnausschüttung an den städtischen Haushalt in Höhe von 4 Millionen Euro, stellt das Unternehmen 10 Millionen Euro in Gewinnrücklagen ein. „Wir erhöhen die Eigenkapitalquote auf 38,4 Prozent und stärken damit unsere Finanzkraft“, so Dr. Müller-Tengelmann. Schon heute schultert das Unternehmen 75 Prozent seiner laufenden Investitionen aus dem Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit.

Die Energieerzeugung der Stadtwerke blieb 2017 hoch, aber geringfügig unter dem Erzeugungsrekord vom Vorjahr (-2,7 Prozent). Weil die GuD-Anlage der Stadtwerke im Sommer während der Baumaßnahmen zur Fernwärme-Aorta im Hafen still stand, wurde weniger Strom und Wärme produziert als im Vorjahr. Spitzenwerte erreichte der von den Stadtwerken selbst erzeugte Strom aus erneuerbaren Energien: „Wir haben rund 20 Prozent mehr Windstrom produziert als im Vorjahr. Der Zuwachs geht auf die fünf neuen Windenergieanlagen im Süden Münsters zurück, die im September 2017 ans Netz gegangen sind“, erläutert Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer. „Wir treiben die Entwicklung von Windparks weiter voran und haben aktuell ein Projektvolumen von rund 150 MW in der Entwicklung. Der Schwerpunkt ist das Münsterland“, so Dr. Wernicke.

„Die Stadtwerke Münster sind eine tragende Säule für den städtischen Haushalt und ein wirtschaftlich solides Unternehmen“, zeigt sich der Aufsichtsratsvorsitzende Alfons Reinkemeier zufrieden. „In Fragen von Digitalisierung und Verteilnetzen, Infrastrukturentwicklung und -erhalt, aber auch den Bäderbetrieb sind die Stadtwerke ein wichtiger Leistungsträger der wachsenden Stadt Münster. Von gesunden Stadtwerken profitieren alle Münsteranerinnen und Münsteraner.“

Mehr Kunden, mehr Stromabsatz
Besonders die Entwicklung im Strombereich ist erfreulich: Der starke Kundenzuwachs ließ auch den Stromabsatz um 22 Prozent steigen. In vielen Münsterlandgemeinden gewannen die Stadtwerke neue Kunden, insbesondere Geschäftskunden, hinzu. Viele Privathaushalte entschieden sich 2017 für den zertifizierten Ökostrom der Stadtwerke Münster und sorgten im Ökostromsegment für einen Zuwachs von rund 30 Prozent. Entsprechend stiegen die Umsatzerlöse im Strombereich auf 222,1 Millionen Euro (+14,8 Prozent).
Der Gasabsatz erhöhte sich 2017 leicht um 0,9 Prozent (auf 2.078 Mio. KWh). Aufgrund von Preissenkungen u. a. in der Grundversorgung sanken die Umsatzerlöse im Gasbereich um 5,6 Millionen Euro auf 77 Millionen Euro.
Aufgrund des milden Winters setzten die Stadtwerke Münster 4,4 Prozent weniger Fernwärme ab. Der Absatzrückgang und eine Preissenkung zum Jahresbeginn 2017 verringerten die Umsatzerlöse bei Fernwärme um 12,9 Prozent. Im Trinkwasserbereich sind die Umsätze und Preise bei kaum veränderter Abgabemenge konstant geblieben.

Der Spitzenwert von 45,3 Millionen beförderten Fahrgästen und eine Fahrpreiserhöhung um 2,5 Prozent im August 2017 sorgten für einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse im Busverkehr (+1,7 Prozent) im vergangenen Jahr. „Auf der Beliebtheitsskala unserer Fahrgäste steht das vor fünf Jahren eingeführte 90-Minuten-Ticket ganz oben. Mehr als 55.000 Fahrgäste nutzen es“, sagt Dr. Müller-Tengelmann. Die 2017 eingeführte münsterCard, die Busticket und Eintrittskarte für 16 münstersche Attraktionen ist, nutzten insgesamt 2.861 Besucher der Stadt.

Stadtwerke im ÖPNV nachhaltig unterwegs
Die emissionsarme Mobilität war eines der wichtigsten Themen für die Stadtwerke Münster im vergangenen Jahr. „Wir stellen unsere Busflotte und den Fuhrpark systematisch auf Elektromobilität um. Dabei sind wir technologieoffen und sammeln wichtige Erfahrungen“, so Dr. Wernicke. „Unser ambitioniertes Ziel: Bis 2030 sollen 100 Busse elektrisch durch Münster fahren.“ Für höhere Reichweiten im täglichen Einsatz sollen elektrisch angetriebene Busse und Dienstfahrzeuge mit Brennstoffzelle und Wasserstoffantrieb sorgen: Ein erster Kleintransporter der Stadtwerke Münster fährt mit Wasserstoffantrieb emissionsfrei durch die Stadt. 2018 folgen zwei Busse mit Wasserstoffantrieb und Brennstoffzelle für den Linieneinsatz sowie fünf neue rein batteriegetriebene Elektrobusse. „Elektromobilität im ÖPNV bringt gerade in den belasteten Innenstädten viele Vorteile für die Luftqualität und hilft, den Verkehrslärm zu reduzieren“, so Wernicke.

Die Innenstadt zu entlasten war auch das Ziel des vorweihnachtlichen Park-and-Ride-Angebotes, das die Stadtwerke Münster gemeinsam mit den Innenstadt-Kaufleuten ins Leben gerufen hatten. Knapp 4.500 vor allem auswärtige Gäste in rund 1.500 PKW nutzten das kombinierte Park- und Busticket für einen Weihnachtsmarkt-Besuch und Shoppingtour. Mit der Stadt sprechen die Stadtwerke über weitere innovative Mobilitätsprojekte.

Neue Aufgaben und Chancen: Glasfasernetz und Bäder
Im Juli 2018 starten die Stadtwerke mit der Verlegung von Glasfaserkabeln für schnelles Internet im Kreuzviertel: „Das Glasfasernetz ist ein wichtiges Zukunftsprojekt für Münster. Wir sind froh, dass wir mit Rückendeckung des Rats loslegen können“; sagt Dr. Müller-Tengelmann. „Die Bauzeit im Kreuzviertel wird rund ein Jahr betragen, anschließend gehen die Arbeiten im Hansaviertel weiter“, ergänzt Dr. Wernicke.

Der Glasfaserausbau ist nicht das einzige große Infrastruktur-Projekt, das die Stadtwerke mit Blick auf die Versorgungssicherheit vorantreiben: Die Wasserversorgung der Stadt wird umfassend technisch modernisiert und neu strukturiert. Bis voraussichtlich 2027 erneuert das Unternehmen außerdem in mehreren Bauabschnitten eine Fernwärme-Hauptleitung am östlichen Ring. Den weiteren Verlauf des Großprojekts stellen die Stadtwerke zum Jahresende öffentlich vor. Auch die Übernahme des Bädermanagements für die Stadt Münster bereiten die Stadtwerke Münster intensiv vor. Im kommenden Jahr soll die Betriebsführung an den kommunalen Versorger übergehen. Bereits in Kürze werden die Stadtwerke einen Architekturwettbewerb für ein neues Südbad ausloben.

Zwar werden die Stadtwerke 2018 erstmals keine Belastung mehr aus der Kapitalzuführung an den FMO haben, das geplante Jahresergebnis liegt jedoch mit 11,3 Millionen Euro unter dem aktuellen Geschäftsergebnis.

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