Es ist an der Zeit für Entgeltgleichheit

Am Freitag, 20.03.2015, wird die “Equal Pay Day”-Fahne am Fototermin zum Equal Pay Day (EPD) in MünsterStadtweinhaus unübersehbar zeigen: Frauen und Männer werden in Deutschland weiterhin ungleich bezahlt. Zurzeit macht die Differenz laut Statistischem Bundesamt 22 Prozent aus. Auf diesen auch in der Geldbörse spürbaren Mangel an Chancengleichheit weisen Münsters Frauenorganisationen, Gewerkschaften und das Frauenbüro hin. Daher schloss sich Oberbürgermeister Markus Lewe ihrer Forderung nach gleicher Bezahlung an und sorgt dafür, dass die rote Fahne am Tag der Entgeltgleichheit am Prinzipalmarkt weht.

Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich aus den 22 Prozent Unterschied bei der Bezahlung: Frauen müssen 79 der 365 Tage unentgeltlich arbeiten, bis sie Geld verdienen. So betrachtet, werden sie für ihre Arbeit erst ab dem Stichtag 20.03. bezahlt, während die Männer seit dem 01.01. des Jahres Lohn und Gehalt bekommen. “Das zeigt, dass die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt längst nicht erreicht ist”, stellt Martina Arndts-Haupt, Leiterin des städtischen Frauenbüros fest.
Deutschland liegt mit dem Makel eines hohen geschlechtsspezifischen Lohnunterschieds in Europa an drittletzter Stelle vor Österreich (23 Prozent) und Estland (30 Prozent). Ursachen sind das schlechtere Lohnniveau in den “typischen” Frauenberufen, die geringere Zahl an weiblichen Führungskräften, Teilzeitbeschäftigung und Minijobs, aber auch Unterschiede bei frei verhandelten Gehältern.
Hier in Münster habe die Entgeltungleichheit einen besonders bitteren Geschmeckle, so die Frauenbeauftragte Martina Arndts-Haupt. “Dort, wo in Münster die meisten sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen, auch die gut Qualifizierten, arbeiten, ist die Lücke besonders groß: In der Versicherungswirtschaft und bei den Banken verdienen Frauen für die gleiche Leistung gegenüber ihren männlichen Kollegen ein Drittel weniger, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel bekommen sie ein Viertel weniger, bei den freiberuflichen Dienstleistungen beträgt die Differenz 32 Prozent.”