Allein für Münster ca. 165 Millionen Euro

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat im Haushaltsjahr 2016 rund 165 Millionen Euro (2015: 157 Millionen Euro) in Münster ausgegeben. Die Stadt zahl-te im selben Jahr einen Mitgliedsbeitrag von 74,8 Millionen Euro (2015: 71,4 Millionen Euro) an den Kommunalverband. Die Differenz stammt im Wesentlichen aus Bundes- und Landesmitteln. Das erklärten jetzt die in der LWL-Landschaftsversammlung vertretenen Abgeordneten der Stadt.

Mit dem größten Teil des Geldes unterstützte der LWL behinderte und pflegebedürftige Menschen. Insgesamt flossen 95,3 Millionen Euro (2015: 90,8 Millionen Euro) in diese sozialen Aufgaben, beispielsweise an das Wohnheim Haus Gremmendorf, an die Westfalenfleiß GmbH oder an den Alexianer-Wohnbereich und -Werkstätten.

In der Landschaftsversammlung ist Münster durch Stefan Weber (CDU), Heinz-Dieter Sellenriek (CDU), Dr. Michael Jung (SPD) und Raimund Köhn (Grüne) vertreten.

“Menschen mit Behinderung sollen durch die finanzielle Unterstützung möglichst gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können”, sagten die Abgeordneten. Zu einem normalen Leben gehört auch das Wohnen in den eigenen vier Wänden: Der LWL fördert daher das Ambulant Betreute Wohnen als Alternative zum stationären Leben im Wohnheim. Im vergangenen Jahr unterstützte der Kommunalverband deshalb 1.436 (2015: 1.359) Menschen in Münster dabei, alleine oder mit anderen in der eigenen Wohnung leben zu können.
2016 zahlte der LWL in Münster für 846 (2015: 846) Wohnheimplätze. Außerdem finanzierte er 1.009 (2015: 999) Arbeitsplätze in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Betriebe, die – gemessen an ihrer Mitarbeiterzahl – zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen, entrichten eine Ausgleichsabgabe. Aus diesen Mitteln investierte das LWL-Integrationsamt im letzten Haushaltsjahr rund 4,4 Millionen Euro (2015: 5,6 Millionen Euro), um Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren, ihren Arbeitsplatz den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen oder zu erhalten.

220 (2015: 208) Kinder mit Behinderungen aus Münster besuchten 2016 einen Förderschulkindergarten oder eine Förderschule des LWL. Rund 2,2 Millionen Euro (2015: 2,2 Millionen Euro) zahlte der Landschaftsverband dafür, dass 311 (2015: 308) behinderte Kinder zusammen mit ihren Altersgenossen ohne Behinderung eine von 111 (2015: 116) Regel-Kindertageseinrichtungen besuchen konnten.
An Entschädigungsleistungen zahlte das LWL-Amt für Soziales Entschädigungsrecht 2016 etwa 4,4 Millionen Euro (2014: 4,5 Millionen Euro). Zu den Leistungsempfängern gehörten unter anderem 338 Kriegsopfer und Hinterbliebene.

Weiterhin arbeiteten in Münster im vergangenen Haushaltsjahr 3.410 (2015: 3.404) Menschen im Dienste des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, darunter in den Dienststellen der Hauptverwaltung, dem LWL-Museum für Kunst und Kultur sowie dem LWL-Museum für Naturkunde sowie der LWL-Archäologie für Westfalen.