SoVD zum Tag der pflegenden Angehörigen: Pflege braucht mehr Rückhalt

Berlin (ots) –

Zum Tag der pflegenden Angehörigen am 8. September fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) mehr Unterstützung für die Millionen Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. „Pflegende Angehörige halten unser Pflegesystem jeden Tag am Laufen. Wer sie sie entlasten möchte, darf ihre Absicherung nicht kürzen und Pflegebedürftigen den Zugang zu Leistungen nicht erschweren“, erklärt die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Viele Pflegende reduzieren ihre Erwerbstätigkeit und nehmen dadurch finanzielle Nachteile bis hin zu Nachteilen für die eigene Alterssicherung in Kauf.

Der erste Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes sieht eine deutliche Kürzung der Rentenbeiträge vor. Der SoVD begrüßt die nun angekündigte Kurskorrektur bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige. Doch weitere Korrekturen sind notwendig. Der SoVD lehnt eine Verschärfung der Schwellenwerte und der Bewertungssystematik bei der Pflegebegutachtung ebenso ab wie eine Streckung der Zuschüsse zu den pflegebedingten Eigenanteilen in der stationären Pflege. Pflegebedürftigkeit darf nicht kleingerechnet und notwendige Entlastung nicht hinausgeschoben werden.

„Pflegende Angehörige brauchen mehr Unterstützung und eine verlässliche soziale Absicherung“, betont Engelmeier. Der SoVD fordert deshalb den Ausbau von Tages- und Verhinderungspflege, ambulanten Diensten und Beratungsangeboten. Zudem braucht es angemessene Pflegezeiten mit einer Entgeltersatzleistung analog zum Elterngeld sowie eine bessere rentenrechtliche Absicherung. Wer Verantwortung für einen pflegebedürftigen Menschen übernimmt, darf dadurch nicht selbst finanziell ins Abseits geraten.

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