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Flohmärkte vor dem AUS ? Stadt untersagt sonntägliche Antik-, Floh- und Büchermärkte

Laut einer Mitteilung des Tierheims Münster, wird jetzt das Tierheim mit voller Wucht an einer empfindlichen Stelle getroffen. Seit mehr als 50 Jahren übernimmt der Tierschutzverein für die Stadt Münster die kommunale Aufgabe der Aufnahme, Versorgung und Weitervermittlung von Fundtieren. Hierfür erhält der Verein einen jährlichen Betriebskostenzuschuss, der sich z. Z. auf € 123.000,00 beläuft.
Die tatsächlich anfallenden Kosten für die Fundtierversorgung betragen aber mehr als das Doppelte. Um dieses Defizit auszugleichen, veranstaltet der Tierschutzverein unter anderem, auf dem Tierheimgelände an jedem 1. Sonntag im Monat einen Basar, auf dem ausschließlich von Tierfreunden gespendeten Flohmarktartikel zugunsten des Tierheims angeboten werden.
Rund 50 ehrenamtliche Helfer stellen sich an diesen Sonntagen für Organisation und Verkauf zur Verfügung. Und, was die meisten Basarbesucher nicht wissen und auch nicht glauben wollen, die Einnahmen aus den Veranstaltungen müssen mit Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag versteuert werden. Somit gehen schlanke 50 % der Erträge in die Finanzkassen.
Die Unterhaltung des Tierheims verschlingt jährlich die horrende Summe von mehr als einer halben Million Euro. Die Einnahmen aus den Vermittlungsgebühren, Betriebskostenzuschuss der Stadt, Mitgliedsbeiträge, Spenden und sonstige Zuwendungen reichen nicht aus, das Tierheim aus den roten Zahlen zu bringen.

Der Tierschutzverein hat sich dennoch auf die Fahnen geschrieben, ein Vorzeigetierheim zu haben mit bestmöglicher Versorgung bis zur Weitervermittlung der ihnen anvertrauten Tiere. Dazu gehören nicht allein die reinen Betriebskosten, sondern darüber hinaus auch Kosten für Instandhaltung, Modernisierung bzw. Neubauten. Leicht vorstellbar, dass diese hohen Summen nicht so einfach aus der Portokasse zu begleichen sind.

2003 – also vor 11 Jahren – wurde die Idee geboren, an jedem 1. Sonntag im Monat einen Basartag durchzuführen. Das Vorstandsmitglied Elisabeth Gellrich nahm couragiert die Angelegenheit in die Hand und war in ihrem Ideenreichtum nicht zu bremsen. Was bescheiden begonnen hatte, zieht heute tausende von Bürgern in das Tierheim, um Schnäppchen zu ergattern. Auf der anderen Seite geben sich die Tierfreunde, die das Tierheim reichlich mit Spenden bedienen, die Türklinke in die Hand. Täglich ca. 15 Wagenanlieferungen bringen die Spender für den kommenden Markt, der mit 20.000 – 30.000 Büchern und 500 – 600 Umzugskartons voll mit Flohmarktartikeln bestückt wird.
Ein weiterer Effekt der Märkte ist die Vermittlung von Tieren. Menschen, die ohne den Anziehungspunkt “Flohmarkt” nicht in das Tierheim gegangen wären, besuchen selbiges und finden Kontakt zu den Tieren. Sie sehen die gepflegte Umgebung, die modernen und tiergerechten Tierhäuser. Das schafft Vertrauen. Viele, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Tier bei sich aufzunehmen, entscheiden sich dann für ein Tier aus dem Heim.
Und jetzt, nach 11 Jahren, darf dies wohlmöglich nicht mehr durchgeführt werden, “Da sie wegen des unzweifelhaften Vorliegens von Gewerbsmäßigkeit der Flohmarktveranstaltungen sowohl gegen das Sonn- und Feiertagsgesetz als auch gegen das Ladenöffnungsgesetz NRW” verstoßen.

“Ich beabsichtige daher, die Durchführung weiterer Flohmärkte per Ordnungsverfügung zu untersagen”, so soll die Stadt Münster sich dem Tierschutzverein gegenüber geäußert haben.
Somit stellt sich nun die Frage “Stehen die sonntäglichen Antik-, Floh- und Büchermärkte des Tierheims vor dem AUS ?”

Was der Ordnungsamtsleiter dazu sagt, werden wir in der kommenden Woche hinterfragen.
Dass dem Tierschutzverein mit der beabsichtigten Maßnahme der Einstellung der Basare ab Juli 2014 ein wesentliches finanzielles Standbein entzogen wird, sollte auf jeden Fall nicht einfach abgeschmettert werden. Und den vielen Ehrenamtlichen, die sich mit großem Eifer in den Dienst des Tierschutzes gestellt haben, wird so jede Freude an künftigen ehrenamtlichen Aufgaben genommen.

Auf jeden Fall können wir gespannt sein auf die Stellungnahme der Stadt Münster.

Und die gibt es nun unter dem folgenden Link:

Einigung zwischen Tierheim und Ordnungsbehörde ?