Keine Pause für die Feuerwehr

Mit 17 Brandeinsätzen sowie technischen Hilfeleistungen und 95 Rettungsdiensteinsätzen im Zeitraum vom 31.12.2016, 18:00 Uhr bis 01.01.2017, 06:00 Uhr, kam keine Ruhe für die Einsatzkräfte auf. So zeichnet sich die Bilanz der Silvesternacht, aus Sicht der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst, der Stadt Münster ab. Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der  Freiwilligen Hilfsorganisationen (DRK, ASB, JUH und MHD) sowie die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Münster, hatten so einiges zu tun.

Zu zahlreichen Kleinbränden im gesamten Stadtgebiet rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus. Grund war häufig die unsachgemäße Handhabung von Feuerwerkskörpern oder auch vorsätzliche Brandstiftung.

Noch im alten Jahr wurde der Feuerwehr ein Wohnungsbrand an der Wiener Straße gemeldet. Der Brand konnte zwar schnell gelöscht werden, der Wohnungsmieter musste aber mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Vermutlich durch einen Feuerwehrkörper wurde auf einem Balkon am Nerzweg ein Brand ausgelöst. Da der Brand auf höhere Etagen und das Gebäude übergriff, mussten mehrere Personen aus dem Gebäude gerettet werden. Verletzt wurden allerdings keine Personen.

Der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr wurde in der Silvesternacht durch weitere Rettungswagen und Einsatzkräfte der Hilfsorganisatoren verstärkt. Die überwiegende Zahl der Einsätze des Rettungsdienstes, war übermäßigem Alkoholkonsum, sowie in zwei Fällen, dem nicht sachgerechten Umgang mit Feuerwerkskörpern geschuldet. Gegen 2.00 Uhr in den frühen Morgenstunden fiel eine junge Frau aus dem Fenster einer Wohnung an der Goldstraße. Die Person wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Zu einem Großbrand wurden die Einsatzkräfte nach der anstrengenden Nacht um kurz nach Mittag, am 01.01.2017, durch mehrere Notrufe gerufen.  Die eingehenden Notrufe berichteten über einen Großbrand an der Westfälischen Reit- und Fahrschule. Auch ein Rettungshub­schrauber, der sich auf dem Rückweg von einem Einsatz befand, bestätigte den Brand und konnte durch das überfliegen des Gebäudes eine genaue Lagemeldung geben.

Eine 30m x 15m große Halle, die als Stroh- und Gerätelager genutzt wurde, stand in Vollbrand. Teile des Daches waren bereits eingestürzt. Der Brand selbst drohte auf an­grenze Gebäude sowie auf ein benachbartes Waldgebiet überzugreifen. Die enorme Rauchentwicklung war bereits aus weiter Entfernung zu sehen.  

Durch den massiven Einsatz von zwei B-Rohren, zwei C-Rohren sowie einem mobilen Wasserwerfer konnte das Übergreifen des Feuers auf die bedrohten Gebäude sowie das Waldgebiet verhindert und der Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden. Um den Löschwasserbedarf decken zu können, wurden in der Akutphase des Einsatzes drei Großtanklöschfahrzeuge eingesetzt. Zur Sicherstellung einer dauerhaften Wasserversor­gung, wurden parallel Pumpen an einem Löschwasserteich in Stellung gebracht und durch einen Schlauchwagen und mehrere Schlauchleitungen über eine Entfernung von ca. 500 Metern zur Einsatzstelle verlegt. 

Die Nachlöscharbeiten dauerten über Stunden an, da zunächst das Stroh aus der Halle transportiert werden musste, um es anschließend auf einer Wiese ablöschen zu können. Für die Bergung des Strohs wurden ein Bagger des Technischen Hilfswerks, ein Teleskoplader der Westfälischen Reit- und Fahrschule und ein Frontlader der AWM eingesetzt. Ab 23:00 Uhr wurde die Einsatzstelle durch eine Brandwache gesichert.

Es kamen die Löschzüge 1 und 2 von der Berufsfeuerwehr, die Löschzüge Kemper, Handorf, Werse-Laer/St. Mauritz, Hiltrup, Gievenbeck, Sprakel, Altstadt, Gelmer, Kinderhaus und Roxel von der Freiwilligen Feuerwehr und eine Fachgruppe Räumen des Technische Hilfswerks zum Einsatz. Die verwaisten Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr wurden von den Löschzügen Altstadt und Geist sowie zwei Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bundes und des Deutschen Roten Kreuzes besetzt.  

Die Aus­breitung des Brandes auf direkt angrenzende Gebäude konnte verhindert werden. Per­sonen und Tiere wurden nicht verletzt.