Wenn Freunden die Worte fehlen …“

Spät, aber nicht zu spät, wurde gestern mit dem Vertrag in Aachen, an die Freundschaft und dem Zusammenhalt der Länder Frankreich und Deutschland gedacht. Sicherlich gehören beide Länder zu Europa, doch reicht dieser Zusammenschluss für ein Verständnis beider Seiten, so wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in weiten Teilen zwischen Deutschland und den Niederlanden?

Der erste richtige Schritt ist getan, und nun müssen handfeste Taten folgen. Frankreich war selten in unserem Land so beliebt wie zurzeit. Einzig die Sprache baut noch zuweilen einige Hürden, doch auch diese verschwinden zusehends, sogar auf beiden Seiten. Und wer in den vergangenen Jahren öfter mal in Frankreich auf einem Vide greniers (Flohmarkt) unterwegs war, hat beim Feilschen bestimmt die Erfahrung gemacht, als Deutscher aufzufallen, ist im Macron – Land inzwischen kein Makel mehr. „Oh, Sie kommen aus Deutschland? – Meine Tochter studiert auch dort…“ – So oder ähnliches ist immer wieder zu hören.

Auch viele Deutsche haben ihre Liebe zu kulinarischen Genüssen immer häufiger im französischen Nachbarland gefunden. Was jetzt fehlt, sind echte Freunde, nein nicht nur virtuelle sondern wirklich echte Menschen, die gemeinsam leben, Ideen voranbringen und unser aller Leben offen, fair und gleichberechtigt gestalten. Fangen wir an – Je suis un ami!

Der Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe, war geehrt, bei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages eingeladen worden zu sein, und er wurde durch einen Satz von Präsident Macron begeistert. Macron erklärte bei der Festansprache, wie schwer es ihm manchmal falle, ein Wort für Dinge zu finden, welche ihm schwer ans Herz gehen. Und er fügte hinzu, „wenn ich es in meiner Sprache nicht finde, dann nehme ich gern, ein bezeichnendes Wort aus der deutschen Sprache“.

Für Lewe war es nicht schöner auszudrücken, denn genau diese Situationen kennt er all zu gut. Aus diesem Grund, wünscht er sich, „dass dieser Zusammenhalt mit dazu beiträgt, dass unser so zerbrechliches Europa doch wieder zu mehr Stärke kommt. Dass diese Trauer, die in uns allen ist, wenn Großbritannien uns tatsächlich verlässt, dass wir die beseitigen, indem wir jetzt erst recht, noch intensiver zusammenarbeiten – Und vielleicht auch den britischen Freunden deutlich machen, es ist gut für uns alle, wenn wir wieder zusammenkommen. Vielleicht wird die Geschichte auch vernünftige und zufriedenstellende Antworten darauf finden.“