Fragen an Markus Lewe – Münster

Markus Lewe wurde im Jahr 2009 zum OberbürgermeisterDSC09185 der Stadt Münster gewählt. Der begeisterte Münsteraner fährt ca. 7.800 km pro Jahr mit dem Fahrrad durch Münster und das hält ihn fit für den harten Job in der Friedensstadt. Wir trafen den unermüdlichen Positivdenker in einem Chinesischen Restaurant in der Nähe seines Wohnorts.

Herr Lewe was macht für Sie den Reiz des OB-Amtes in Münster aus?

Ich finde es ist unglaublich spannend, so eine faszinierende Stadt zu führen und es macht mich stolz, darauf bauen zu können, eine Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger hier erfahren zu dürfen.

Besonders kann ich in dieser Position einen Wandlungsprozess begleiten, den man sonst in kaum einer anderen Stadt in Deutschland so miterleben kann wie hier. Das erfüllt mich nicht nur mit großer Freude, es macht mir auch richtig Spaß.

 

Durch viele Begegnungen kommt der Dank für die Vielfalt und Beliebtheit dieser Stadt mit ihren Erfolgen und positiven Veränderungsprozessen an Verantwortliche und Bürger zurück.

Sie glauben gar nicht, wie sehr die Münsteranerinnen und Münsteraner für diese Friedensstadt eintreten und unglaubliches bereit sind, zu leisten. Wir sehen das nicht nur in Krisenzeiten, sondern auch im ganz alltäglichen Verhalten, wo sich Menschen für Menschen und Tiere selbstlos einsetzen.

 

Sind Sie der Bewahrer der Münsterkultur?

Ja und nein. Bewahren ist etwas Gutes, es darf aber nicht verwechselt werden mit stehen bleiben. Das zeigen die vergangenen Jahre zum Beispiel mit Wissenschaft und Lebensart – Für die Zukunft stellen wir uns der Herausforderung – Wie und wovon werden wir 2030 leben? – Aber auch die kleinen Oasen in Münster zu erhalten, um damit die Vielfalt zu stärken, ist eine der großen Herausforderungen und auch in den Außenbezirken kleinteilig zu bleiben, um den vielen unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Je vielfältiger eine Stadt ist, so reicher ist sie im Endeffekt dann auch.

Das ist mit Sicherheit eine der ganz großen Fortschritte unserer Stadt mit dem Reichtum der Vielfalt. Nur so können sich Menschen wohlfühlen. Gleich welcher Herkunft, Lebensweise, sexueller Orientierung, Nation, Religion oder gar keiner Religion. Das Gefühl „Ich bin hier zuhause“ ist unbeschreiblich wichtig für jeden Menschen.

Welche Lieblingsorte gibt es für Sie in Münster?

Es gibt ein paar Orte, die ich einfach schön finde. Dazu gehört der Dom mit seinem Marktplatz oder auch den Hafen. Die gegenüberliegende Hafenseite hat ebenso ihren Reiz und gehört zu den spannenden Orten wie auch der Haverkamp. Die Promenade gehört sicherlich auch zu den Orten, die mir sehr gefallen. Auf der Werse mit dem Paddelboot zu fahren, ist ebenso erholsam, wie der Blick über den Teutoburger Wald von Münster Häger aus. Münster ist gespickt mit traumhaften Oasen und Orten der Ruhe, wie auch Plätzen der Begegnung und Kultur. Ich kann unmöglich alle Orte aufzählen ohne dabei einige zu vergessen – Münster bietet das Leben pur.

 

Wie sehen Sie sich in Münster?

07. September 2014_Helferfest_212_15982In erster Linie betrachte ich mich natürlich als Bürger dieser Stadt. Auch wenn ich für eine Zeit der gewählte Oberbürgermeister bin, bleibe ich ein Münsteraner, der froh ist hier leben zu dürfen. Beruflich sehe ich mich in etwa wie ein kleiner Hubschrauber, der täglich über einen wechselnden Teil von Münster schwebt und schaut was verändert wird, und verändert werden kann. Dann kommt der schwierige Teil, die gewonnenen Erkenntnisse, mit den zuständigen Gremien, in eine für alle möglichst positive Veränderung planen zu können.

Da Sie in der letzten Stunde kaum zum Essen kamen, bedanken uns für dieses Gespräch und wünschen nun guten Appetit.