Hasch bald auf Rezept?

Cannabis-Konsum ohne Reue? Ist eine kontrollierte Abgabe des Mittels auf kommunaler Ebene sinnvoll und möglich? Das ist Thema einer Fachkonferenz zur Drogenpolitik am Dienstag, 13. Dezember, von 14 bis 18.30 Uhr im Festsaal des Rathauses. Die Veranstaltung des städtischen Gesundheitsamtes ermöglicht die Begegnung von Politik, Experten und Bürgerschaft und dient der Versachlichung der kontrovers geführten Diskussionen (Eintritt frei; Anmeldung erbeten unter Tel. 02 51/4 92-43 21 oder www.vhs.muenster.de, Kurs 105050). Das städtische Presseamt wird die komplette Veranstaltung als Livestream in muenster.de übertragen.

Den Anstoß zu der Tagung hat eine Anregung aus der Bürgerschaft an den Rat gegeben. Der Rat hat sich damit intensiv auseinandergesetzt und die Verwaltung unter anderem gebeten, eine Fachtagung “Verantwortungsvolle Regulierung von Cannabis auf kommunaler Ebene” auszurichten und einen Antrag für ein Forschungsprojekt auf den Weg zu bringen. Die Tagung wird sich nun mit medizinischen, gesundheitlichen, sozialen, rechtlichen und Jugendschutz-Aspekten eines solchen Projekts auseinandersetzen.

Stadträtin Cornelia Wilkens und der Sozialausschuss-Vorsitzende Thomas Kollmann werden die Veranstaltung um 14 Uhr eröffnen. Anschließend folgen Vorträge zu den rechtlichen Rahmenbedingungen von Cannabis-Konsum (Prof. Lorenz Böllinger, Bremen), zu pharmakologisch-toxikologischen Aspekten (Prof. Martin Smollich, Rheine) und zur Einschätzung aus der Sicht von Suchtmedizin und Psychiatrie (Dr. Jutta Settelmayer, Münster).

Ab 16.15 Uhr werden im zweiten Vortragsblock Fragen der Suchtvorbeugung und Entkriminalisierung behandelt. Referenten sind Hubert Wimber (Law Enforcement Against Prohibition), Dr. Hans-Jürgen Hallmann (Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW) und Dr. Raphael Gaßmann (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen). Den Abschluss bildet ab 17.35 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Praktikern aus Psychiatrie und Psychotherapie, von der Polizei, aus der Drogenarbeit und der Suchtvorbeugung.

Die Tagung stößt schon vorab auf großes Interesse. Mehr als hundert Anmeldungen liegen bereits vor. Wer an der Teilnahme verhindert ist, kann die Vorträge und Diskussionen nicht nur live im Portal muenster.de verfolgen. Das Presseamt plant, im Nachgang auch ein Video mit dem Verlauf der gesamten Konferenz ins Internet zu stellen.