450 kostenlose Nistkästen ab Freitag in Greven

Schmetterling: Thaumetopoea_processionea

Auch in diesem Jahr sind die Befürchtungen der Vermehrungen von Eichenprozessionsspinnern (EPS) berechtigt groß, da sich die gefährliche Raupe in Norddeutschland immer großflächiger ausbreitet. Schuld ist wohl der Klimawandel, erklären Experten.

Denn durch die milden Winter und immer wärmeren Frühjahre werden immer bessere Lebensbedingungen für die Schmetterlingsart aus Südeuropa geschaffen.

In den Niederlanden gab es hinreichend positive Erkenntnisse, auf eine Ökologisch vertretbare ‚Schutzmaßnahme”, gegen die Übervölkerung dieser nervenden Raupenart.

Und da die Grenzen inzwischen immer weiter verschwinden, lernen die Nachbarländer gern auch von Erfolgen bei den Grenznachbarn. Greven macht da natürlich keine Ausnahme, und so werden die Technischen Betriebe Greven (TBG),  zum Start in die Brutsaison 2020 rund 450 Nistkästen gratis an interessierte Bürgerinnen und Bürger ausgeben. Die Kästen sollen Singvögel anlocken, die die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen und so zu dessen wirksamer Bekämpfung beitragen können.

So werden also ab Freitag,  den  28. Februar und an den vier nachfolgenden Freitagen insgesamt die 450  Nisthilfen zur EPS-Bekämpfung am Grevener Wertstoffhof,  Zum Wasserwerk 1,  ausgegeben und können dann dort kostenlos abgeholt werden.  –  Aus betrieblichen Gründen kann eine vorherige Abholung leider nicht erfolgen!

Finanziert wurden sie mit 5000 Euro aus Mitteln der Stadt, die extra dafür in den Haushalt eingestellt worden waren. Hergestellt wurden die Kästen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Denkmalpflegewerkhofs in Steinfurt, das „Ausgangsmaterial“ war Recycling-Holz aus ausgemusterten Euro-Paletten. (Abbildung ähnlich, jedoch ohne Sitzholz!)

Grevenerinnen und Grevener, die diese oder andere Nistkästen an Bäumen in öffentlichen Bereichen außerhalb der eigenen Grundstücke anbringen möchten, werden gebeten, die Stadt vorher kurz per E-Mail zu benachrichtigen (Andre.Kintrup@stadt-greven.de)


Gefahren durch die Raupen
“Wenn Menschen oder Tiere mit den Brennhaaren, in Kontakt kommen, kann es innerhalb von Stunden zu Beschwerden wie Juckreiz, Hautrötung und Bläschen kommen”, erläutert Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des städtischen Gesundheitsamtes in Münster. “Auch Reizungen der Augenbindehaut oder im Mund- und Rachenraum sind möglich. Oft klingen die Beschwerden nach etwa zwei Tagen ab.” Das Gesundheitsamt stellt Schulen und Kitas ein Informationsblatt zum Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner zur Verfügung. Die sehr feinen Haare der Raupe, die ein Eiweißgift enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen. 

 

Diese kann sich in drei verschiedenen Erscheinungsbildern zeigen:

  • Kontakt-Urtikaria (Quaddeln)
  • toxische irritative (Reiz auslösende) Dermatitis (Hautentzündung)
  • anhaltende Papeln (Knötchen), die oft an Insektenstichreaktionen erinnern.