FW-EN: „Helfende Hände schlägt man nicht“! – Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbandes in Breckerfeld blickt kritisch auf Ereignisse der Silvesternacht.

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Schwelm (ots) –

Der traditionelle Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbandes fand nach zweijähriger Corona-Pause wieder in Breckerfeld statt. Präsident und Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm konnte viele Gäste aus der Politik, Verwaltung und den kreisangehörigen Feuerwehren begrüßen. So waren die Landtagsabgeordneten Kirsten Stich und Verena Schäffer der Einladung gefolgt. Auch Landrat Olaf Schade sowie der neue Kreisdirektor Sebastian Arlt waren anwesend. Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister begleiteten ihre Feuerwehrführung ebenfalls nach Breckerfeld. Dazu kamen viele Ehrengäste.

Rolf-Erich Rehm ging in seiner Rede zunächst auf die Corona Pandemie ein und dankte seinem Team aus der Kreisverwaltung sowie den Feuerwehren für die Disziplin und Arbeit. Generell ist Rehm der Auffassung, dass in der Pandemie die „Kameradschaft“ am meisten gelitten hat. Die Pandemie hatte aber auch was Gutes: „Die Anforderung an eine Verwaltung über ein gutes Krisenmanagement zu verfügen ist in vielen Köpfen angekommen und auch die Politik hat das erkannt“, so Rehm. Ein besonderer Dank geht auch an den Kreistag und Landrat, die den Weg gefolgt sind, ein zentrales Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) aufzubauen. Das GAZ muss Kommandostelle der Feuerwehren werden.

Zudem warf Rehm einen Blick auf eine mögliche Energiemangellage. Dieses Szenario macht dem Kreis und Feuerwehren deutlich Arbeit. Auch wenn man voraus denkt, ist es schwierig Beschaffungen einzuleiten, bevor alles vergriffen ist.

Abschließend ging Rehm auf die Silvesternacht ein, die im Vergleich zu umliegenden Städte im Kreis „ruhig“ verlief. Der Präsident macht deutlich, dass was in unserer Nachbarschaft ablief „kaum zu fassen“ ist. „Bei den Tätern hat die gesamte Erziehung des Elternhauses und das über Generationen versagt. Man kann auch nicht von Dummheit sprechen, das hätte ja noch den Anschein von Jugendstreichen. Nein es bleibt ein asoziales Verhalten, für das es in unserer Mitte keinen Platz geben darf“, so Rehm sehr deutlich. Feuerwehr und Rettungsdienst werden sich in den kommenden Jahren deutlich verändern: „Das Anspruchsdenken der Menschen mit ihrer Allinklusiv-Mentalität, aber auch die Feuerwehren mit dem Anspruch alles zu können und allen zu helfen, jedes Gebiet für sich abdecken zu müssen führt zu personellen Erfordernissen, die am Markt nicht mehr abzubilden sind. Die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte sind auch nicht endlos verfügbar, um die Unterstützung leisten zu können.“, so Rolf Erich Rehm. Abschließend dankte Rehm seinem Präsidium, den stellv. Kreisbrandmeistern, dem Landrat und bei allen Einsatzkräften, die eine gute und professionelle Arbeit abliefern und immer zur Verfügung stehen. Auch unsere Partnerinnen und Partner dürfen nicht vergessen werden. Diese verzichten oftmals auf uns.

Bürgermeister André Dahlhaus ging als Hausherr in seinem Grußwort ebenfalls auf die „Übergriffe auf Einsatzkräfte“ ein und hofft auf eine konsequente und harte Bestrafung der Täter, was abschrecken muss. Er ist froh, dass der Neujahrsempfang nach zweijähriger Corona Pause wieder in Breckerfeld in frisch renovierten Räumlichkeiten stattfindet.

Wer hilft hat freie Bahn! – Landrat kritisch zu Übergriffen in der Nachbarschaft

Anschließend begrüßte Landrat Olaf Schade die Anwesenden. Alle Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis sind dankbar eine leistungsfähige Feuerwehr zu haben. „Wir müssen uns bereit machen für schwierige Situationen. Daher ist es eine gute Nachricht, dass dieses Jahr mit dem Bau des Gefahrenabwehrzentrums begonnen werden kann, was inhaltlich erforderlich ist“, so der Landrat. Die Ereignisse der Silvesternacht sind wirklich ganz nah. Hagen und Essen sind unweit der Kreisgrenzen. „Angriff auf Rettungskräfte dürfen wir nicht dulden und durchgehen lassen. Es muss eine Grenze geben: Menschen die helfen, gehören nicht angegriffen und wer angreift muss die Härte des Gesetzes erfahren“, so Olaf Schade eindeutig.

Bezirksbrandmeister stolz auf Einsatzkräfte – Konsequenzen für Angriffe auf Einsatzkräfte

Bezirksbrandmeister Uwe Wiedenbeck bewertet den Neujahrsempfang als gute Tradition. Die Lagen der Feuerwehren verändern sich: Pandemie, Unwetterkatstrophe in NRW und Rheinland-Pfalz, wobei traurigerweise Kameraden verstorben sind. Waldbrände, Tornados in Ostwestfalen sind gar nicht weit weg, Krieg in Europa und Vorbereitung auf eine Energiemangellage. „Diese Geschehnisse prallen in fast atemloser Geschwindigkeit und Heftigkeit auf uns ein“, so Wiedenbeck. In all diesen Unglücken gibt es was Gutes, was Verlässliches und Beständiges: „Es gibt die Feuerwehr, die Rettungsdienste und Katastrophenschutzeinheiten sowie die Polizei. „Ich bin sehr stolz auf Euch. Gut das es Euch gibt“, so Uwe Wiedenbeck lobend. Auch der Bezirksbrandmeister ging auf die Geschehnisse der Silvesternacht ein. „Helfende Hände schlägt man nicht“, so das Zitat des Bezirksbrandmeisters.

Nach dem offiziellen Teil kamen traditionell die Sternsänger zu den Feuerwehrangehörigen.

Alle Beteiligten bedanken sich bei den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Breckerfeld für die Ausrichtung und Bewirtung des Neujahrsempfangs. Es war eine tolle Veranstaltung!

Bildquelle: Justus Bergermann, Feuerwehr Breckerfeld.

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Quelle: ots