Skulptur Projekte – Langer Freitag im LWL-Museum

Einen erfrischenden Rückblick gewährt nicht nur das Titelbild, sondern auch der kommende „Lange Freitag“ (10.8.). Denn da gibt das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster um 17 Uhr Einblicke in das Skulptur Projekte Archiv. Das Kunstgespräch thematisiert die Pop Art anhand ausgewählter Arbeiten der Skulptur Projekte. Julius Lehmann und Dr. Katharina Neuburger stellen im Dialog originale Dokumente und Herzstücke aus der Archivsammlung vor, die Unerwartetes über die Geschichte der Werke erzählen. Die Teilnahme ist kostenfrei und auf 10 Teilnehmer begrenzt. Tickets sind 60 Minuten vorab an der Museumskasse erhältlich.

Im Zentrum des Kunstgesprächs stehen zwei der beliebtesten Arbeiten der Skulptur Projekte in Münster 1987: Keith Harings „Red Dog for Landois“ und Thomas Schüttes „Kirschensäule“. Beide Kunstwerke spielen mit der populären Bildsprache der Pop Art. Haring schuf für die zweite Ausgabe der Ausstellung einen überdimensionalen Hund aus rot lackiertem Stahl. Platziert war die Arbeit auf dem Gelände des ehemaligen Zoos an der Himmelreichallee. Dort tauchte „Red Dog for Landois“ wie ein Maulwurf aus der Rasenfläche auf. Haring bezieht sich mit seiner Arbeit auf den Zoologieprofessor und Gründer des ersten Tiergartens in Münster: „Ich möchte meine Skulptur Hermann Landois widmen, und auch allen Kindern, die niemals das wundervolle Erlebnis haben werden, den bezaubernden Zoo zu besuchen, der sich an diesem Ort befunden hat.“

Nach dem Ende der Skulptur Projekte wurde die Arbeit abgebaut, seit 2007 ist sie permanent vor der Kunsthalle Weishaupt in Ulm zu sehen. Thomas Schütte schlug 1987 für die Ausstellung eine monumentale Säule aus traditionellem Sandstein vor, die mit rot glänzenden Kirschen auf dem Kapitell versehen wurde. Die Skulptur steht noch heute auf dem Harsewinkelplatz in der Innenstadt von Münster. Mit der „Kirschensäule“ garniert der Künstler die Stadt mit einem humorigen Monument und setzt sich mit den unterschiedlichen Funktionen von Kunst im öffentlichen Raum auseinander: Die „Kirschensäule“ ist Denkmal, ironischer Kommentar und ästhetischer Verweis zugleich.

Neben der Geschichte der beiden Werke werden in dem Kunstgespräch auch allgemeine Fragestellungen zur Kunst im öffentlichen Raum und zum Umgang beider Künstler mit den 1987 zeitgenössischen Kunstbewegungen diskutiert.