Fahrradstraßen mit wenig Rollwiderstand

Förderung des Radverkehrs / Attraktivität soll Lust auf Umstieg machen / Unterschiedliche Straßenbeläge im Test / Ab 4. November Arbeiten an Bismarckallee

Als Münster vor fast 30 Jahren eine der ersten Fahrradstraßen in Deutschland auswies, zog das nationale Aufmerksamkeit auf sich. Jetzt stehen Münsters Fahrradstraßen vor einem Qualitätssprung. Sie werden erkennbarer, sicherer, komfortabler und setzen gegenüber dem Autoverkehr ein deutliches Statement zur Förderung des Radverkehrs.

Der neue Münster-Standard für attraktivere Fahrradstraßen sieht eine mindestens vier Meter breite, rot eingefärbte Fahrgasse vor, die durch einen zusätzlichen 0,5 bis 0,75 Meter breiten Sicherheitstrennstreifen zu parkenden Kfz abgegrenzt wird. Der Trennstreifen soll Unfälle durch das Öffnen von Autotüren vermeiden helfen. Um eine Breite von vier Metern für Fahrradstraßen zu gewährleisten, muss gegebenenfalls ein Halteverbot für KfZ eingerichtet werden. Aktuell testet das Amt für Mobilität und Tiefbau verschiedene Oberflächen für die Fahrradstraßen. Die sollen entsprechend der neuen Qualitätsstandards für Fahrradstraßen den Radfahrenden geringen Rollwiderstand und mehr Sicherheit bieten. Neben der Verwendung von rotem Asphalt werden eine Epoxidharzbeschichtung und eine Kombination von Bitumen und Splitt auf Asphalt getestet.

Die ersten Arbeiten an der Bismarckallee als einem wichtigen Abschnitt der Veloroute Senden – Münster sind bis Ende Oktober abgeschlossen worden. Das Aufbringen einer Epoxidharzbeschichtung zur Roteinfärbung der Fahrbahn ist wetterabhängig und folgt voraussichtlich Anfang 2020. Bereits am 4. November beginnen dort aber schon die Arbeiten auf Höhe der Erich-Klausener-Realschule. Der bisherige Radweg wird auf vier Meter verbreitert und anschließend mit rotem Asphalt versehen. So kann die Lücke in dieser Fahrradstraße geschlossen werden. Die Radfahrer werden während der Bauzeit bis Ende November über die Scharnhorststraße umgeleitet.

Ende August begann auf der Heisenbergstraße eine Testphase mit Bitumen und Splitt. Bei dieser Oberflächenbehandlung wird auf den vorhandenen Asphalt eine Bitumenemulsion aufgespritzt und dann mit Splitt abgestreut. In diesem Verfahren werden zunächst 25 Prozent mehr Splitt als notwendig aufgebracht, die nach und nach durch die Verkehrsteilnehmer eingefahren werden. Überschüssige Splittreste werden von der Straßenreinigung mit entfernt. „Das bisherige Ergebnis hat uns noch nicht überzeugt, allerdings ist dieses Verfahren einfach anzuwenden und wirtschaftlich. Erst am Ende der mehrmonatigen Testphase wird klar sein, ob die gewünschten Komfortansprüche an eine möglichst glatte Straßenoberfläche erfüllt werden können“, erläutert Viktoria Potthoff vom Amt für Mobilität und Tiefbau.