Scooter & Rad – Unfälle verhindern

Die Tage werden spürbar wärmer und zu dieser Zeit holen wieder viele Menschen Ihre Fahrräder & Scooter aus den Winterquartieren. Nehmen wir dies zum Anlass, einem lebenswichtigen Tipp aus den Niederlanden neue Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Wer aufmerksam den Verkehr bei unseren Nachbarn beobachtet, hat möglicherweise gesehen wie viele Niederländer Ihre Autotüren von innen öffnen. Dies geschieht mit dem sogenannten „Holländischen Griff“, der unseren Nachbarn in den Niederlanden bereits in den Fahrschulen beigebracht wird. Auch in Deutschland wird der lebensrettende Griff mittlerweile sehr erfolgreich in vielen Fahrschulen gelehrt, doch wie unsere Recherchen zeigten, leider längst noch nicht in allen. Daher unsere eindringliche Bitte – Sagen Sie es weiter, teilen die diesen Artikel und helfen Sie so mit, unsere Welt ein ganzes Stück sicherer zu machen.

Mit dieser einfachen Methode können die überwiegend schweren Unfälle deutlich minimiert werden. Denn ein unvorbereiteter Fahrradfahrer /E-Scooter-Nutzer, der mit 20 km/h unterwegs ist, braucht etwa 11 Meter Reaktions- und Bremsweg, doch dann hat es in den meisten Fällen bereits mit schlimmen Folgen gekracht.

Der westfälische Botschafter der Verkehrssicherheit, Udo Weiss, hat im Laufe seiner Dienstzeit als Leitender Polizeidirektor der Direktion Verkehr a.D., viele schlimme sogenannte Dooring-Unfälle (aus dem englischen “Door”, deutsch “Tür”) erlebt und kennt die Folgen, wenn Menschen auf einem Rad  / E-Scooter beinah ungebremst gegen eine sich plötzlich öffnende Autotür fahren. – Das alles muss nicht sein!

Weiss erklärt, “Dabei ist die Methode so einfach wie gut. Um Dooring-Unfälle zu verhindern, sollten Autofahrer die Fahrzeugtüren nicht mit der Hand öffnen, die der Tür am nächsten ist, sondern immer mit der anderen Hand.“ – Dieses Prinzip gilt für alle in Fahrzeugtürnähe sitzenden Personen.

Konkret bedeutet das:
Fahrer und Fahrerinnen öffnen ihre Tür nicht wie gewohnt mit der linken, sondern mit der rechten Hand. Bei Beifahrern genau umgekehrt, hier öffnet die linke Hand die Tür und nicht wie gewohnt die rechte Hand. Personen, die hinten sitzen, machen es genau so, wie die vor ihnen sitzenden Personen.

Durch diesen einfachen Trick wird die aussteigende Person automatisch dazu animiert, den gesamten Oberkörper zur Tür zu drehen. Durch diese untypische Bewegung wird beinah ein Schulterblick ausgelöst und der direkte Blick nach hinten freigegeben. Selbst der gefürchtete tote Winkel wird abgedeckt. Nähert sich ein Verkehrsteilnehmer, kann dieser sofort gesehen und abgewartet werden.

Der Griff sollte unbedingt auch an die Beifahrer empfohlen werden, da das Risiko beim Öffnen einer Autotür auf beiden Seiten in etwa gleich groß ist. Udo Weiss gibt noch zu bedenken, „Es gibt bundesweit alle 36 Minuten einen Unfall mit Radfahrern, hinzu kommen noch nicht ausgewertete Unfälle von Fortbewegungsmitteln, wie E-Scooter und Co, wir alle können und müssen daran etwas ändern“.

Der Anteil an der neuen urbanen Mobilität steigt und steigt und wird zu einem Umdenken im Verkehrsraum führen müssen, denn ehrlich gesagt, ist die bereits bestehende Infrastruktur ohnehin schon restlos damit überlastet, alle Verkehrsteilnehmer sicher durch den Straßenverkehr zu leiten. Durch eine genauere Untersuchung der Unfallhergänge und Verhaltensbeobachtungen wird die Unfallforschung der Versicherer (UDV) nun allerdings zeigen, dass dazu viele weitere Unfälle kommen, die von parkenden Fahrzeugen indirekt mitverursacht wurden, zum Beispiel durch Verdeckung von Sichtachsen. Besonderes Augenmerk legen die Forscher dabei auf Unfällen mit Radfahrern und Fußgängern, für die sich parkende Autos als ein gravierendes Problem gezeigt haben. – Anfang April werden wir zu den brandaktuellen Studien und neuen Crash Test Erfahrungen weiter berichten.