Säugling möglicherweise an Schütteltrauma verstorben

Am vergangenen Samstagmorgen fanden eine 24-jährige Mutter und ihr 29-jähriger Lebensgefährte den vier Monate alten Säugling leblos in seinem Bett.

Der eiligst herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.
Danach hat die Staatsanwaltschaft Münster zusammen mit der Polizei die Ermittlungen zur Todesursache in Hopsten (Steinfurt) aufgenommen.

Oberstaatsanwalt Heribert Beck erläutert, „Da die Umstände des Todes vollkommen unklar waren, wurde von der Staatsanwaltschaft eine Obduktion des Kindes angeordnet“.

“Diese brachte nach ersten Untersuchungen am 27. April das vorläufige Ergebnis, das das Kind möglicherweise ein Schütteltrauma erlitten hat und daran verstorben ist. Dieses muss aber noch durch weitere Untersuchungen abgesichert werden.”

Frust abbauen hilft

Ein Baby schreit und schreit und schreit. Oftmals über Stunden. Dann nagt es bei vielen Eltern immer stärker an den Nerven, aus anfänglicher Sorge wird oft Hilflosigkeit und aus der situationsgebundenen Hilflosigkeit sehr oft auch verzweifelte Wut.

Der stundenlang aufgebaute Frust durch das Schreien darf dann nicht in kopflose Aktionen umgewandelt werden. Besser: Die genervten Eltern lassen das Baby schreien und gehen zur eigenen Beruhigung erst einmal vor die Tür. Dadurch lassen sie den aufgestauten Frust an die frische Luft. Ob nun ebenfalls durch kurzes Aufschreien, brüllen, springen, stampfen oder heulen – Tief Luft holen und entspannen ist die lebenswichtige Devise in diesem Fall.

Schütteln kann bei Babys schwere Folgen haben

Ein absolutes NoGo in diesem Fall ist Gewalt gegen das Kind.
Es hilft nicht, die eigene Hilflosigkeit und Verzweiflung an dem Kind auszulassen oder es anzuschreien oder schlimmer noch es zu schütteln oder gar zu schlagen.

Dennoch passiert genau dies sehr oft. In deutschen Krankenhäusern werden pro Jahr ca. 150 Babys mit Syndromen von Schütteltrauma eingeliefert. Jedes dritte Kind stirbt an den Folgen und bei etwa der Hälfte aller Fälle, bleiben gravierende gesundheitliche Schäden bis hin zur lebenslangen Behinderung bestehen. Das schlimmste ist aber, man sieht es den Kindern nicht an, denn Schütteln hinterlässt keine blauen Flecke, wie zum Beispiel Schläge.

Das trügerische am Schütteltrauma ist die oft unerkannte und unbewusste Misshandlung, die von den Eltern in der Regel auch gar nicht gewollt war, es war ja oft nur „Hilflosigkeit und Frust“. Das Kind wurde ja auch nicht geschlagen und wie soll dann etwas Schlimmes passieren, fragen sich viele Eltern später vor Gericht.

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