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Dienstag, August 9, 2022

Moody’s: „Spanien bekommt Finanzen nicht unter Kontrolle“

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Spanische Staatsanleihen wurden von der Note Aa1 um eine Stufe auf Aa2 herabgesetzt, teilte Moody’s am Donnerstag mit. Die Agentur begründete den Schritt mit anhaltenden Zweifeln an der Fähigkeit des Landes, seine Finanzen nachhaltig in Ordnung zu bringen.

Es sei zudem zu erwarten, dass die umfassende Neustrukturierung des Banksektors die Regierung mehr als doppelt soviel kosten werde als die bislang veranschlagten 20 Milliarden Euro. Angesichts der mäßigen Konjunkturaussichten schloss Moody’s auch eine weitere Herabstufung von Spaniens Kreditwürdigkeit nicht aus.

Die spanische Wirtschaftsministerin Elena Salgado kritisierte den Schritt. Sie teile die Beurteilung der Ratingagentur nicht, sagte Salgado in Madrid. Sie räumte allerdings ein, dass weitere Anstrengungen zur Begrenzung der Staatsverschuldung notwendig seien.

Vor allem müsse mehr unternommen werden, um die Ausgaben der halbautonomen Regionalregierungen zu begrenzen, hob sie hervor.

Moody’s hatte erst am Wochenanfang die Kreditwürdigkeit Griechenlands erneut herabgesetzt – um gleich drei Stufen von Ba1 auf B1. Das in einer desolaten Haushaltslage steckende Land musste im vergangenen Jahr unter einen milliardenschweren Rettungsschirm des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU schlüpfen, um neue Kredite aufnehmen zu können.

Auch mehrere andere EU-Staaten – darunter auch Portugal und Irland – sind in den vergangenen Monaten von Ratingagenturen in ihrer Kreditwürdigkeit heruntergestuft worden. Für die Staaten erschwert ein schlechtes Rating die Sanierung ihrer Haushalte, da sie für ihre Anleihen höhere Zinsen anbieten müssen. (SAZ, afp; Foto: SAZ)

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